IV . Tie polnische Frage .
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dieses Land beherrscht , dieser Ruf erschallt ? Sollte dies nicht jedem Unparteiischen wenigstens auffallen ? Sollte man nicht unwillkürlich darauf verfallen , daß es sich hier um etwas Anderes als die wahre deutsche Nationalität handelt , mit etwas Anderes , was ich nicht weiter berühren mag , um Niemanden wehe zn thnn ?
Wollen Sie , meine Herren , zum Schutz Ihrer deutscheu Bruder etwas thnn , jawohl , das wird Jeder anerkennen müssen ; aber ob Sie diesen Schuh nicht anders ausführen könnten als nur durch eine Theiluug , läßt sich wohl bezweifeln . Einen Schutz können Sie immerhin ohne Verletzung irgendeiner Nationalität , irgendeines Rechtes ausführen , aber eine Theilnng ohne diese Verletzung dnrchznbringen , ist unmöglich .
Hiermit glaube ich nnn , dargethan zn haben , daß eine jede , auch nur theilweise Einverleibung des Großherzogthums Posen unrechtmäßig ist . Man mag sich hierbei stellen , auf welchen Stand - punkt man wolle : von dein Standpunkte des positiven Rechtes ist es eine offenbare Rechtsverletzung , und nicht minder von dem Standpnnete der Nationalität ) denn abgesehen davon , daß die eine Nationalität gar nicht selbstständig bei diesem Vertrage vertreten werden kann , abgesehen davon , mangelt es hierbei an allen Thalsachen , so sehr , daß ein ans Recht und Gerechtigkeit gegründetes Unheil ein unmögliches ist . Petitionen und Protestatio««» verdränge« einander . Wenn man beiden gegenüber gleiche Gerechtigkeit ausüben will , so muß mau eben so die eine wie die andere Seite berücksichtigen , dieses ist aber bis jetzt nicht geschehen , wie Hand - greifliche und evidente Beweise gezeigt haben .
Ich könnte noch Etwas sagen über die couereteu Wahlen selbst . Ich enthalte mich dessen , weil ich glaube , daß dieser Punct uns aus Posen nicht gestattet sei , nämlich über die Wahlen selbst das Wort zn nehmen .
( Präsident v . Gagern : Ich weiß nicht , ans was Sie eingehen wollen . )
Ich meine nicht nur das , was ich zunächst dargethan habe , daß die Regierung nicht befugt war , die Wahlen vornehmen zn lassen in einer Provinz , die kein deutsches Gebiet ist , sondern ich will über den eoncreten Act , den Wahlact selbst Etwas sagen . Hierbei führe ich nur den einen die Giltigkeit dieser Wahlen entkräftenden Grund an , den nämlich , daß zur Zeit der Wahle» das Martialgesetz^ in der Provinz Posen proelamirt war .
Ich bitte Sie , meine Herren : Ist es möglich , in einer unter dem iiriegsgesetze seufzende» Provinz Wahlen von so hoher Bedeutung vorzn -

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