IV . Tit polnische Frage .
auch gewährt : erstens in der Eabiuetsordre vom 24 . März mib dann in einer Ministerialerklärnng vom 20 . März . ' -
Dies ist der erste Ausdruck der Einwohner oder des Volkswilleus , der sich gewiß nicht für eine Einverleibung der Provinz in den deutschen Bund ausspricht . Dieser Ausspruch ist nm desto wichtiger , da er nicht nur von Polen , sondern auch selbst von Deutschen mit unterzeichnet ist . Es haben die betreffende Petition unterzeichnet der Stadlrath B o j und vier Stadtverordnete aus Posen , die Herren Bielefeld , Träger , Rei ska nnd Main roth .
Ungeachtet dieser tatsächlichen Erklärung stellte die preußische Re - gierung dem am t> . April versammelte» posener Landtage die Frage , ob er rücksichtlich des Großherzogthums Pose» die Einverleibung in den deutschen Bund wünsche oder nicht . Ter Landtag sprach sich mit einer Stimmenmehrheit von sechs nnd zwanzig gegen siebzehn dahin aus : es sei nicht sei» Wunsch , in den deutschen Bund einverleibt zu werden . Der preußische Landtag entschied sich hingegen für den Anschluß an Deutsch - laud , ' " und sein Beschluß wurde als rechtsgiltig und rechtskräftig acceptirt . Eben so rechtsgiltig nnd unerschütterlich sollte doch auch der Beschluß des posener Landtags sein !
Ungeachtet dessen hat die Minorität eine Privatsitzung gehalten nnd den Gesammtbeschlnß des Landtages für nngiltig erklärt . Sie bezog sich mit Unrecht auf deu § 45 des Gesetzes vom 27 . März 1824 , den posener Landtag betreffend , ' " denn dieser Paragraph spricht sich ganz entschieden gegen das Verfahren der Minorität ans . Sein Inhalt geht dahin , daß Beschlüsse über Gegenstände , die vom Könige dem Landtage znr Berathnng vorgelegt werden , nur dann rechtsgiltig sein können , wenn sich dafür * / a der Stimmen aussprechen . Um also nach diesem Para - graphen einen giltigen Antrag zum Anschluß der Provinz an Deutsch - land zn machen , um also diesen concreteu Fall auf diesen Paragraphen anwenden zu können , wäre es durchaus uothweudig , zwei Drittheile der Stimmen für sich zn haben . Dieser Beschluß erhielt aber nicht nnr nicht zwei Drittheile , sondern blieb iu einer Minorität von siebzehn : das Verfahren der Minorität ist daher gesetzwidrig , nnd der Beschluß nichtig
Infolge dieses nichtigen Privatbeschlnsses der Minorität und in - folge von Petitionen , die von einzelnen Einwohnern der Provinz durch unendliche Jntrignen uud Machinationen eingetrieben wurden , von denen schon auffallende Proben der Oeffentlichkeit überliefert sind , infolge dieses nichtigen Privatbeschlusses der Minorität und infolge solcher

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