54
IV . Die polnische Frage .
und rechtlichste Weise von der Welt , einfach desHall' , weil die Deutschen ans demselben Stücke Feld einen zwei - , ja dreimal größeren Ertrag herauszubringen wußten als die Polen , weil der Deutsche sich da zu bereichern und mit seinem Erwerb immer weiter um sich zu greifen ver - stand , wo der Pole verarmt war . Die Polen sind noch immer nnr ein Adelsvolk , das die weise Sparsamkeit , den angestrengten Fleiß der Deutschen als Zeichen einer niedrigen Gesinnung , als einen schmutzigen Geiz ansieht .
( Einige Stimmen : Oh ! )
Es ist das bitter , aber wahr , und ich sage nichts , was ich nicht erfahren oder gelesen , zum Theil sogar in Schriften von polnischen Ver - fassern gefunden habe . Es war lediglich der Polen eigene Schuld , wenn sie ihr Land in deutsche Hände kommen ließen , nnd es wäre eine eigenthiimliche Gerechtigkeit , wenn wir das aus diese Weise und aus dem rechtlichsten Wege erworbene Land nun auf einmal aus kosmopolitischer Großmuth sammt de» Deutsche» , die darauf sitzen , in fremde Unter - thänigkeit hiuansgeben wollten . Ja , ich gebe denjenigen , welche be - Haupte» , das nationale Territorium sei ein veralteter Begriff , . B . Blnm St . B . II 1142J vollkommen Recht , um sie hier mit ihrer eigenen Waffe zu schlage» .
Wie es lächerlich ist , LU sage» , das ; am Bode» die Nationalität haste , gerade so lächerlich ist es auch , zu sage» , die Herausgabe ehemals polnischer Landestheile sei von der Gerechtigkeit geboten . Hat der Deutsche die Wälder gelichtet , die Sümpfe getrocknet , den Boden urbar gemacht , Straßen nnd Canäle angelegt , Dörfer gebaut nnd Städte ge - gründet , um den Epigonen des exilirten hundertköpfigen polnischen Despotenthums neue Schmarotzernester zn bereiten ? Soll der Bürger - stand wieder untergehen , der nur dem deutschen Gewerbfleiße seinen Ursprung verdankt , um das Mark des Landes noch einmal vergeuden zu lasse» von etwelche» - i» höfischem Glänze schwelgenden Familien und liebenswürdigen Mazurkatäuzeru ?
De»i Pole» sind vo» der Nat»r manche schöne Eigenschaften zn Theil geworden . Gesellschaftliche Liebenswürdigkeit , eine glühende , ich möchte sagen flackernde Vaterlandsliebe , eine ungestüme Tapferkeit auf dem Schlachtfelde ist ihm iu reichlichem Muße zu Theil geworden ) aber jene Ausdauer in deil Mühe» des alltägliche» Lebens , den allmählich , aber rastlos fortschaffenden Fleiß , die kaltblütige Ueberlegnng , die das Mögliche ins Auge saßt und sich daraus geduldig , Stein vor Stein , die Brücke aufbaut zum höchste» Ziel , diese Eigenschaft hat die Natnr dem

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.