48
IV . Die polnische Frage .
hat mit der Wetterwolke der Empörung , sondern mit fortgerissen wurde von ihrem zweiten Ausbruchs — wäre nicht übergegangen ans seine Nachfolger , gesetzt auch , Frankreich wäre wirklich geneigt , . das Schwert für Polen in die Schale zu werfen . — ich frage Sie , meine Herren : Verträgt es sich mit der Würde des deutschen Volks , mit der Würde dieser großen Versammlung , die es vertritt , unter den Beweggründen , die einwirken ans unsere Entscheidung , auch nur die mindeste Befürchtung . vor dem Anstände mitzählen zu lassen ?
Nein , tausendmal nein ! Deutschland fürchtet Niemand , braucht Niemand zu fürchten . Was uns angeht , das wollen wir selber scheiden , und nun und nie soll es nns an der Seine dietirt werden .
Ich sage , die Politik , die uns zuruft : gebt Polen frei es koste , was es wolle ! ist eine kurzsichtige , eine gessene - Politik , eine Politik der Schwäche , eine Politik der Furcht , eine Politik der Feigheit .
Es ist hohe Zeit für uns , endlich einmal zu erwachen ans jener träumerischen Selbstvergesseuheit , in der wir schwärmten für alle mög - lichen Nationalitäten , während wir selbst in schmachvoller Unfreiheit darniederlagen und von aller Welt mit Füßen getreten wurden , zu er - wachen zu einem gesunden Volksegoismns , um das Wort einmal gerade herauszusagen , welcher die Wohlfahrt und Ehre des landes in allen Fragen oben anstellt . Aber eben dieser Egoismus , ohne den ein Volk niemals eine Nation werden kann , wird von den Polen - freunden als höchst verdammlich bezeichnet .
Wir müssen vor allen Dingen gerecht sein , sagen sie , und sollte es nns auch manches schwere Opfer kosten . Wir haben , so lautet ihre Predigt , eine schwere Schuld unserer Väter zu tilgen , eine schwere Missethat gut zu machen , zu der die Fürsten nns gemißbrancht . Die Völker sind verpflichtet , zu sühnen , was ihre Despoten verbrochen haben , sagt man mit einer neue» Version jenes alten Verses . " Möge auch alles Uebrige dagegen sprechen , die Gerechtigkeit verlangt es , das ; wir Polen herstellen . sBlum St . B . 11 1141 . ]
Lassen Sie uns einmal diese Gerechtigkeit etwas näher ansehen .
Ich bemerke sogleich , daß ich es verschmähe , mich ans eine juristische Widerlegung jenes Verlangens einzulassen , obgleich sie möglich ist ; ich will mich weiter nicht darauf berufe» , daß ein regelrechter Friede Preußens den Besitz Posens gesichert hat : denn , aufrichtig gesagt , mir kommen die Satzungen des principiellen Rechts nirgends erbärmlicher vor , als wo sie sich anmaßen , das Schicksal der Nationen zu bestimmen . Mit ihrer

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.