Full text: Reden und Redner des ersten deutschen Parlaments

XVII . Ter Welckersche Antrag 
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Preuße» nach dem tilfiter Frieden gelebt hat , und wir werden , * wenn es sei« muß , weuu es einem Angriff zu widerstehen gilt , — denn wir selbst werden Niemand angreifen — gegen Europa Stund halten können . Es mag der Redner ( b . i . Eisen mau u St . B . VI IL 5848 ] recht habt haben , der gesagt hat , wir könnten nicht rechnen aus das Volk der Barricaden ; aber , meine Herreu , auf das Volk , das 1813 und 1815 das Vaterland befreit hat , können wir rechneu und werden wir rechneu zu aller Zeit . 
Meine Herren ! Der Ausgang der Abstimmung ist ungewiß . Wenn wir siegen mit einer kleinen Majorität , so halten wir den Sieg der Lage der Sache nach für vollkommen ausreichend ; aber wir werden uns unseres Sieges wahrlich nicht überheben , wir werden kein Triumph - lied anstimmen : jede Stimme aus einem Munde , dessen Ausspruch Deutschland ehrt , — uud es gibt solche Männer unter allen Fractioueu des Hauses — jede Stimme , die aus solchem Munde ein Nein gegen die Verfassung Deutschlands uns entgegenwirft , wird uus schmerze» wie eine Wunde au dem einheitlichen Körper Deutschlands . Wir werden nicht trinmphiren , wenn wir siegen : wir werden vielmehr zu unseren Gegnern flehen , wir werden sie beschwöre» , sich dem Vollzuge unseres Werkes mit reger Thätigkeit anzuschließen um des Vaterlandes willen . Frohlocken werden wir erst dann , wenn nirgends mehr ans dentscher Erde ein edles Herz mit Bitterkeit gegen unsere Verfassung erfüllt ist , uud ich bin ge - wiß , die Zeit wird kommen . 
Vielleicht , meine Herren , liegt die Entscheidung über das Schick - sal Deutschlands in den Händen der Mitglieder aus Oesterreich , die unter uus sind . 
Ich habe denen nichts zu sagen , die iu der österreichischen Ver - sassuug die Zukunft Oesterreichs erblicken . Sie haben es mit ihrer Ueberzengnng und mit ihrem Gewissen , iu das kein Sterblicher sich drängen darf , abzumachen , ob sie sich unserem Werke entgegenstellen dürfen oder nicht . 
Aber diejenigen von Ihnen , meine Herren , die dem deutschen Geiste in Oesterreich zum Siege verHelsen wollen uud darum gegen uns sind , glaube» Sie , daß , wenn der deutsche Geist in Deutschland abernials zu Schanden wird , aus dem politischen Gebiet dadurch , daß wir zu keinem Resnltate kommen , wenn er sich von Neuem auf das alte Gebiet des Denkens uud der Phantasie , woriu er so lauge gelebt hat , beschränken müßte , glauben Sie , daß er dann iu Oesterreich zur Blüte gelangen 
* St . B . VIII 5910 : wir können .
	        

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