XVII . Der Welckersche Antrag .
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sein , das ; wir uns nicht übereilt haben , dieses ist ein großer Vortheil . Die öffentliche Meinung wird für uns sein , und denken Sie , meine Herren , mir hätten unseren Brüdern in Süddeutschland , die diese Trennung besonders schmerzhaft trifft , wir hätten den Bayern und den ehemals österreichischen katholischen Badnern und Würtembergern den Glauben gelassen , daß wir uns übereilt oder eigennützig das Vaterland zerrissen hätten , — wie wären bei den Gefahren des Vaterlandes unsere Kräfte geschwunden , wie wäre die Einheit getrübt worden ! Ich bin überzeugt , die Bayern und selbst die Oesterreicher , ferner die katholischen Würtemberger und Badener sind mit mir jetzt alle von der Ueber - zeugnng durchdrungen , daß es nunmehr unausschieblich ist , das Vater - land zu retten .
Meine Herren ! Soll ich Ihnen nun sagen , welche Gefahren über uns schweben ? Sehen Sie nicht die Wolken , die den Himmel Deutsch - lands verdüstern ? Wollen Sie wachsen lassen die Cabinetsintrignen und - Verhandlungen , nm unser armes Deutschland wieder in die Rhein - bunds - und andere traurige Verhältnisse kommen zu lasse» ? Solle» wir »»gerüstet die Gegner sich rüsten lassen und ungerüstet die Gefahr über uns hereinbreche» sehen ? Nein ! Ein einziger gemeinschaftlicher , wohl gerüsteter Körper , wollen wir dem Auslande gegenüberstehen , und wir werden unsere Freiheit siegreich vertheidigen !
Roth thut es , meine Herren : unsere Versammlung droht ihre Lebenskraft und den Glanben des Vaterlandes zu verlieren und ansein - anderzufallen , die Gelüste in den Eabiuetteu wachse» , die Einheit wird täglich mehr gefährdet . Halten wir zusammen , retten wir die Ehre der Nationalversammlung durch schnellen , kräftigen und möglichst einmüthigen Beschluß für das , was noth thut in dem Vaterlande , dann werden wir nicht mit einer octroyirten Charte nach Hanse gehen , sondern eine von uns ausgehende , uns unserer Souveränetät wie auf der Zustimmung durch die Fürsten , eine auf dem Nationalwillen , auf dem Rechte be - ruhende Verfassung zum Heil des Vaterlandes gründen . Lassen Sie uns , meine Herren , die Ehre der Nationalversammlung , die souveräne Kraft der Nation retten als Grundstein , daß diese Verfassung nicht willkürlich alterirt oder zerstört werden darf - lassen Sie keine Ver - faffuug octroyiren ! Wir wollen die Verfassung selbst machen mit An - erkennnng der Rechte von Jedermann .
Meine Herren ! Ich sage Ihnen , das Vaterland ist in Gefahr ! Lassen Sie die Dinge nicht weiter kommen ; handeln Sie jetzt rasch und entschieden !

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