Full text: Reden und Redner des ersten deutschen Parlaments

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III . Die provisorische Centralgewalt . 
richtet , so wird sie dieselbe Person erwählen . Ja , meine Herren , auch in dem Falle , daß eine Privatperson an die Spitze gestellt werden sollte , würde die Differenz eine ungemein geringe sein ; denn das Bedürfnis ; , eine solche Person zu berufen , die den besten Namen in Deutschland hat , ist völlig allgemein und so überwiegend , daß dagegen die Partikular - interesseu vollkommen verschwinden . Es wäre eine große , eine grobe Thorheit , anzunehmen , daß diese sich in einer solchen Zeit noch wie geltend machen konnten . Ich kann dieses nicht glauben . 
Meine Herreu ! Wenn die Nationalversammlung dieses Recht den Regierungen überträgt , so überträgt sie es lediglich den einzelnen deutschen Völkern , die hierbei durch ihre Regierungen vertreten sind . 
Meine Herren ! Man hat uns hier vielfach , sehr in das Einzelne gehend , die Macht dieser Versammlung vor Augen gestellt . Ja , sie ist sehr mächtig , aber sie möge diese Macht zeigen durch Weisheit und Mäßigung . Es ist dieses eines der kostbarsten Attribute der Macht . Die Schwäche , meine Herren , ist vehement , die Macht , die Gewalt , die ist gewaltig , ist mächtig , aber sie ist auch mäßig . 
Meine Herren ! Sie übertragen alsdann nur diese , nach der Ansicht eines Theils der Versammlung lediglich der Nationalversammlung zustehende Functionen in einem freiwilligen Akt den deutschen Regierungen , d . h . den einzelnen deutschen Stämmen . Sie werden sich hierin in Ihrer Machtvollkommenheit nichts vergeben , denn Sie übertragen einem Andern dieses Recht kraft freien Entschlusses , eines Entschlusses , der nicht erzwungen ist , sondern aus inner» oder äußern Gründen hervorgeht , die nichts gemein haben mit der Frage , ob wir vollmächtig sind oder nicht . Daher , meine Herren , stimme ich für dieses Amendement und verlese dasselbe noch einmal . 
sv . Radowip verliest den Antrag v . Bincte . 1 
Die übrigen Paragraphen fallen in der Hauptsache mit dem Antrag des Ausschusses zusammen , oder , so fern sie in den Einzelheiten abweichen , sind sie von den Rednern , die über die andern Amendements gesprochen haben , genügend begründet worden . 
Heinrich Freiherr v . Gagern . 
24 . Juni 1848 . 
St . B . I 520—522 . 
Meine Herren ! Ich gehe sogleich zu der Frage über , die . uus hier beschäftigt . Darüber ist kein Streit , — und ich gehe auf eine nähere Begründung dessen nicht ein — daß es nvthwendig ist , eine provisorische
	        

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