III . Die provisorische Centralgcwalt .
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Rednern der drei letzten Tage aufmerksam gefolgt . Es scheint mir , als wenn von denjenigen Abgeordneten , welche diese Ansicht bekämpft haben , immer wieder auf einem Mißverständnis ; gefußt wurde , und zwar dem gemäß , was ich iu der Einleitung früher . 24 ] sagte , auf einem bewußten Mißverständnis ; , nämlich ans dem Gegensatz , als handelte es sich darnm , ob die Wahl des Bnndesdirectors erfolgen solle von den Fürsten oder von dem Volk .
Meine Herren ! Dieser Gegensatz ist irrig hingestellt . Es handelt sich darnm , ob an dieser Einsetzung der Execntivgewalt die einzelnen deutschen Völker theilnehmen sollen oder lediglich das hier vertretene Gesa mint volk . Das ist der wirkliche Gegensatz .
Stellen Sie mir nicht entgegen , daß in diesem Amendement wie in dem Antrag des Ausschusses und in mehreren andern Amendements derselben Seite gesagt wird : „ Die Regierungen ernenne» . " Ich habe mir schon vor einigen Tagen . 24 ] erlaubt , darauf hinzudeuten , daß der Begriff „ Regierungen " eben ein wandelbarer ist , und daß wir ihn fassen müssen , wie er jetzt vorliegt .
Ich erspare es mir , auf diesen Gegenstand im Einzelnen zurück - zukommen , und frage Sie bloß : Glauben Sie , daß , wenn jetzt das Recht der Ernennung noch so unbedingt übertragen wird aus die Regierungen , sei es einer oder sei es dreier Personen , glauben Sie wirklich , meine Herren , daß die deutschen Regierungen irgend Jemand ernennen oder bezeichnen könnte» , von dem sie nicht vollkommen sicher sind , das ; er sowohl in ihrem eigenen Lande als in Deutschland überhaupt des vollsten Anklanges sicher sei ?
Meine Herreu ! Diese Frage kann Niemand mit Nein beantworten : es ist nicht möglich ! Wie die Dinge jetzt stehen , würde jede Regierung ihr eigenes Grab graben , und diesen Selbsterhaltungstrieb werden Sie wohl jeder Regierung , wie Sie auch von ihr im Ilebrigen denken mögen , zugestehen müssen . Man wird mit ängstlicher Sorgfalt , mit einer Sorgfalt , die vielleicht die Schnelligkeit des Entschlusses hemmt , man wird sich eifrigst bemühen , jeden Einwand von vorne herein zu beseitigen und den populärsten Namen zu wählen , man wird Alles aufbieten , um für den zu Wählenden die größtmögliche Mehrheit^ der Stimmen zu gewinnen .
Im Resultat wird es daher gleich * * sein . Wenn die National - Versammlung die Ernennung au sich zieht und sie ans einen Fürsten
' St . « . I 479 : die grositinöglichsle Mehrheit . ♦' 6t» . 1 479 : ganz gleich .

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