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XVI . DaS Wahlgesetz .
Sie über diesen RechiSpunet zu beruhigen . Es ist ein Geschichtsschreiber und zugleich freisinniger Manu , der vor Viele» mitgeholfen hat , die Freiheit zu erobern , es ist Rott eck : er empfiehlt gerade de» von Ihnen angefeindeten Censns im Namen der Freiheit , und nun mögen alle Ihre Angriffe an dem Schilde seines Namens zurückpralle» !
„ Vou Ungerechtigkeit also " , so sagt Notteck , „ kann nicht die Rede sein , wen» aus wirklich triftigen Gründe» eine Clasfe vom Wahl - recht ausgeschlossen wird . Ter gesetzgebende» Gewalt , d . h . dem Ge - sanlintwillen steht unbestreitbar die Befugniß zu , alles politische Recht so zu vertheilen , wie es das sJnteressej des Gemeinwohls , znmal also das Interesse der möglichsten Sicherftellnng seiner eigenen ( nämlich des vernünftigen Gesammtwillens ) Herrschaft fordert , uud jedes dahin gehende Gesetz ist der Billigung von Seite ) » ) der verständigen und pflichttreue» Bürger gewiß . Die einzige Frage bleibt immer nnr die : Ist die Aus - schließnug dieser oder jener bestimmten Classen wirklich ans triftigen Gründen ruhend ? und hier also insbesondere : Ist die Ausschließung wegen geringeren Vermögensbesitzes als eine solche anzuerkennen ? "
Diese Frage bejaht dann Rotteck im weiteren Texte vollständig .
Es ist freilich nichts leichter , als zu sage« , wie neulich Herr Schüler . B . Yll 4967 ) auf dieser Stelle gesagt hat : der Volks - Wille ist der Ausspruch der Vernunft , das Volk besteht aus so und so viel Köpfen , wir addiren uud fubtrahireu , uud nun haben wir die Vernunft .
Ich betrachte die Gleichheit anders , und ich glaube , wir ehren mehr den Spruch , der in den Worten liegt : „ Volksstimme Gottesstimme " , wenn wir den wahren Volkswillen nicht da suchen , wo in der Stimmung die Masse einen Ausspruch thut , sondern da , wo er ein bleibender und ans Ueberzengung und Bildung ruhender ist ; wir ehren das Volk mehr , wenn wir es nach seineu bessereu Organisationen schätzen , als wenn wir ein Individuum gleich achten dem andern , wie ja auch in Sibirien die Personen nur numerirt sind .
Uud nun möchte ich noch fragen , ob denn das ein vernünftiger Volkswille war , der den Ostracismns in der atheniensischen Republik übte . War denn das ein vernünftiger Volkswille , der die Beste» verbauute , weil sie die Beste» waren ? Uud ist Aristides der nunft gewichen , weil er den Schreibtafeln der atheniensischen werker weichen gemußt ?
Oder , meine Herren , war das die vernünftige Ausübung des Volkswillens , als die Bevölkerung vou Madrid [ im Jahre 1814 )

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