XVI . Das Wahlgesetz .
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Antheil zu nehmen , und es ist Pflicht des Staates , ans alle mögliche Weise mitzuwirken , das ; sie zu dem Berufe auch die Fähigkeit , ihn aus - zunben , erlangen .
Ich bin , wie ich bereits aussprach , nicht dafür , daß , wie der Aus - schuf ; vorschlägt , gewisse Elassen von dem Wahlrechte ausgeschlossen werden . Jedem mnß der Weg dazu offen stehen : das ist das Recht des Individuums , dessen Herr Löwe ^S . 471 ] erwähnte ; alier ich kann dem Rechte des Individuums nicht eine Ansdehnnng geben , die der Gesammtheit nachtheilig werden würde . Nach dem Ziele der Be - sähignng Aller »ins ; gestrebt werden , aber wir dürfen es nicht anticipiren : wir würden eine große Pflichtvergessenheit begehen , wenn wir schon jetzt so handeln wollten , wie wir dereinst werden handeln können , wenn dieses Ziel mehr erreicht ist .
Was würde die Folge davon sein , wenn die Entscheidung über den Staat solchen anvertrant wird , die wenig unterrichtet sind von dem - jenigen , worauf es bei dieser Entscheidung ankommt ?
Der Umstand , daß von 34000 ( 10 Urwählern in Prenßen nach statistischen Notizen 2400000 denjenigen Elassen der Gesellschaft ange - hören , bei denen in der Regel eine Einsicht in die öffentlichen heiten nicht vorausgesetzt werde» kau» , erklärt die bitteren Erfahrungen , die dieser schwer geprüfte Staat mit seiner Bolksvertretuug gemacht hat , und welches Resultat hat in Frankreich das allgemeine Stimmrecht . ?
Sehen wir nicht dort einen Mangel an jeder Festigkeit des Staatslebens ? Sehen wir nicht die Meinung allgemein verbreitet , daß , nachdem ans diesem Wege , der ja als Universalmittel für alle Uebel an - gepriesen wird , eben erst eine Staatsordnung hergestellt ist , die kaum er - . richtete» Institutionen demnächst wieder umgestürzt und ans einem anderen Wege eiue ueue angebahnt werden müsse ? Sehen wir nicht dort den allgemeinen Wohlstand mehr und mehr sinken und gerade die Versuche , die man unter Begünstigung des allgemeinen Stimmrechtes znr Hebung der socialen Uebel machte , auf die jämmerlichste Weise scheitern ? Die Arbeiter , die man dnrch Versprechungen zn den größten Ansprüchen ans - gereizt hatte , sahen sich endlich getäuscht und wurden ans den Barricaden das Opfer ihrer Verzweiflung .
Es ist eine beklagenswerthe Erscheinung , wenn auch in Deutsch - laud dem Volke zugerufen wird : ihr seid jetzt reif , euer Schicksal selbst zn bestimmen ! wenn Mißtranen nicht allein gegen die Regierung , sondern auch gegen die Volksvertretungen eingeflößt und die Aufregung so weit getrieben wird , daß es sie zum Verbrechen und die Schuldigen

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