XVI . Das Wahlgesetz .
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gegenwärtig zu halten . Es ist das gesagt in einem schweren , schmerz - lichen Augenblick für uns Alle , in einem Momente , der entscheidend für unser ganzes uachheriges Leben hier gewesen ist .
Nun wohl ! erinnern Sie sich jetzt auch an Ihre Stellung im Vaterland . Wir machen die Verfassung , aber wer von Ihnen weiß , wie die Verfassung ins Leben treten soll , und wer sie ins Leben führt ? Viele vou Ihnen haben gesagt : wir stellen sie hin , und dann mag das Volk ent - scheiden , ob es sei» Wille ist , daß diese Verfassung in Deutschland gilt ; wir haben unser Mandat erfüllt , und geht die Einführung über unsere Kräfte , so ist es eben Sache des Volkes , nun seine Pflicht zu thuu .
Meine Herren ! Wenn ich dieses anführe , so meine ich nicht eine Revolution , auch nicht eine allgemeine Abstimmung ; aber wenn Sie diesem Strom der öffentlichen Meinung das Schiff . Ihrer Hoffuungen überlassen wollen , dann seien Sie weise und verkümmern Sie den Strom nicht , machen Sie ihn nicht seicht , damit Ihr Schiff nicht auf de» Sand geht !
Hermann v . Bcckeratli .
16 . Februar 1849 .
St . B . VII 5246—5248 .
Meine Herren ! Der vorige Redner , sLöwe S . 47l—478 ] , hat die Ansicht ausgesprochen , daß die socialen Uebel der Gegenwart allein dadurch geheilt werden könnten , daß diejenigen Classen der Gesellschaft , welche vorzugsweise unter jenen Nebeln zu leiden haben , zur politischen Berechtigung im Staate herangezogen werden . Das ist ein Jrrthnm , meine Herren , ein Jrrthnm , der dadurch erklärlich ist , daß unser Volk bis hier her der Mitwirkung im Staate fast gänzlich entbehrt hat , und daß iu dem Augenblicke , wo es dieselbe erlangte , die Ansicht nahe liegt , es könne diese Mitwirkung nicht anders heilsam als in dem schrankenlosesten Umfange stattfinden .
Meine Herren ! Auch ich sage , es muß diesen Classen geHolsen werden , und der Staat muß das Seinige dazu thuu , daß ihnen geholfen werde . Wenn Sie aber die Krankheit , die Sie heilen wollen , ziehen auf das Gebiet , von wo aus die Heilung erfolgen soll , wie ist da die Heilung überhaupt möglich ? Es hat sich nie eine Stimme gegen die Berechtigung der Staatsgesellschaft erhoben , das Alter zu bestimmen , in welchem das Individuum zu einer bürgerlichen Handlung fähig wird . Die bürgerliche Handlung betrifft nur das Individuum selbst oder den
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