474
XVL Das Wahlgesetz .
die nach wenigen Jahren eine Concession nach der anderen voranssicht - lich erlangen wird . Wenn aber in England diese Bewegung weniger gewaltsam ist , so dürfen Sie einen großen Unterschied zwischen den englischen Zuständen und unser« nicht vergesseu .
S» England steht nicht das ganze Volk mit nach einem Pnncte hingewendeten Augen immer nach der Regierung hinschauend und sein Glück vou Oben erwartend , sondern zuerst sucht mau sich selbst zu helfen . In England hat man sich aber auch nicht gewöhnen müssen , mit Mißtrauen ans die Regierung hinzublicken , als welche die Freiheit verkümmern wolle . Ein radicales englisches Blatt sagte einmal , als es eine Parallele zwischen der englischen Aristokratie und der Eoutiuental - aristokratie zog : „ Wir lieben den Herzog v . Wellington nicht , " — es hatte in der That schon in demselben Artikel weidlich ans den „ eisernen Herzog " geschimpft — „ aber nns fällt nicht ein , daß der Herzog v . Wellington uns die einmal gesetzlich bestehende Freiheit verkümmern könnte . Wir würden eher glauben , daß er fähig wäre , Jemanden , der im Parke spazieren geht , das Taschentuch zu stehlen , als daß er hinterlistiger - weise die Freiheit des Volkes verkümmern sollte . "
Meine Herren ! Wo ein solches Vertrauen zu einer entgegen - stehenden feindlichen Partei stattfindet , wo das Vertrauen vorhanden ist , daß die Freiheit nicht verkümmert werde , da läßt es sich das Volk lange gefallen , daß man es von der Theilnahme ausschließt ; aber bei uus , wo das Mißtrauen stehend geworden ist , wo wir zum Mißtraue» eine rechtigung haben , wo ein Mangel von Mißtrauen sogar als ein breche» gegen die Freiheit a»zuseheu ist , da , meine Herren , können Sie nicht erwarten , daß das Volk mit ruhiger Resignation zusieht , daß die Regierung iu den Händen einer abgeschlossene» Kaste liegt .
Richten Sie die Sache ein , wie Sie wollen , immer werden Sie eine Jnteressenregiernng bekommen . Machen Sie [ z . © . ] einen Censns , so schließe» Sie gewisse Classe» a»s »ach der Beste»er»»g .
Sie berufe» sich darauf , daß der , welcher weuig zu deu Staats - laste» beiträgt , auch ei»e geringere Theilnahme haben soll . ss . Verhand - hingen II 837 . ]
Meine Herren ! Man weiß wohl in den Finanzen , von wem man die Steuern erhebt , aber es ist niemals genau zu ermittel» , vo» wem sie eigetttlich getragen werden . Die größte Wahrscheinlichkeit ist immer dafür , daß alle Stenern mittelbar vorzugsweise von der armen Classe getragen werden . Namentlich ist dies der Fall bei der indirecten Steuer , und alle diese Abstufungen gehen doch nur auf die direeten Steuern .

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.