Full text: Reden und Redner des ersten deutschen Parlaments

XV . Die Verfassung Schluß . 
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aus diesen Fragen bildet sich ein Operationsplan für die Candidaturen zur Präsidentschaft , und Sie mögen nun den Einfluß des Präsidenten so niedrig anschlagen , als Sie wollen , — nnd sein Einfluß ist in America eben kein geringer nach meiner Meinung — so werden Sie mir zu - gebe» , daß es nicht wüuscheuswerth ist , das ; eine Sache von der höchsten politischen Wichtigkeit , die Frage von der Festigkeit des ganzen Staats - gebändes , am Ende zn einer Frage über den Kattun gemacht werde . 
Wenn man sich hier ans Nordamerica bezogen , wenn das ver - ehrte Mitglied sEisenstnck St . B . VI 47581 die Nordamericaner mit Recht als eine kluge , umsichtige , weise Nation , als das erste Handels - oolk der Erde bezeichnet hat , so will ich ihm doch beiläufig zu bemerke» geben , daß eben das System , das er bekämpft , das der bloßen zölle , — nicht der Schutzzölle — in Nordamerica jetzt gerade herrschend geworden ist . 
Ich darf mir wohl erlanben , ihm zwei ganz kurze Sätze entgegen - zuführen , welche der nordamericanische Staatssecretär des Schatzes Walkers , der diesem Systeme zuerst 1845 Bahn gebrochen hat , als Fnndamentalsätze der nordamericanischen Politik aussprach : „ Die Gesetz - gebung für einzelne Stände ist gegen die Lehre von den gleichen Rechte» ! , widerspricht dem Geiste unserer freien Institutionen nnd kann , wie von Vielen befürchtet wird , eine andere Art Form für prioilegirte Kasten unter dem Namen „ Schutz " statt „ Privilegium " werden , welches hier nicht durch Rang nnd Titel angedeutet wird , sondern durch Gewinn mit Dividenden , die znm Nutzen einiger Wenigen der Mehrzahl durch auferlegte Stenern entrissen werden . " 25 
Das ist das System des nordamericanischen Staatssecretärs des Schatzes . 
Und wenn man nns hier immer gesagt hat : wir haben die materiellen Interessen verabsäumt , ja ! wir haben die Interessen der arbeitenden Classe vernachlässigt , weil wir nicht unbedingt für zölle gewesen sind , so erlaube ich mir , diesen Phrasen einen Satz desselben Staatssecretärs >Walkerj entgegenzuhalten , wo er sagt : „ Weil» die Zahl der Fabriken nicht groß ist , so ist die Macht des Systems , den Arbeitslohn zn regnliren , unbedeutend ; sobald aber der Gewinn des in Fabriken angelegten Capitals durch den Schutzzoll ver - mehrt wird , so entsteht eine eulsprechende Zunahme der Macht , bis die Controle eines solchen Capitals über den Arbeitslohn unwiderstehlich wird . . . Aber die Regierung stellt sich durch Schutzzölle aus die Seite des Fabriksystems und beendet so , indem sie dessen Reichthum und Macht
	        

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