XV . Die Verfassung . Schluß . ^57
Wir können doch nichts dafür , daß in anderen Staaten Deutsch - lands das Heerwesen nicht so gut orgauisirt ist , daß jene Staaten die Zeit nicht besser genutzt haben , daß bereits seit 180» unsere Regiernng Hand angelegt hat , um eine neue Zeit herauszusühreu , das ; wir Ihre Grundrechte im Wesentlichen bereits seit vierzig Jahren besitzen , das ; wir ganz anders vorgearbeitet haben , wenn es einmal sich um Ber - gleichnngen handelt . — ich mache keinem Stamme einen Vorwurf , sondern nur Metternich und denen , die sonst dort an der Spitze standen — das ; wir ganz anders vorgearbeitet haben als Oesterreich , das ; wir längst eine Städteordunng , eine Heerversassung haben , die keinen ausschließt , Gewerbesreiheit , daß wir bereits wenigstens die Grundlage einer Zoll - Vereinigung mit Deutschland gelegt habe« , — das Alles ist doch nicht unsere Schuld !
Wollen Sie sich dann dahin wenden , wo noch gar keine lagen für die künftige Schöpfung gelegt sind , oder dahin , wo bereits ein guter Grund in vielen Dingen gelegt worden ist ?
Man ist ferner ans einen Pnnct gekommen , den ich ungern und darum nur mit ein paar Worten berühre : nämlich den religiösen Standpunkt .
Ich glaube mit dem verehrten Mitglied ans der Rheinprovinz sReichenfperger St . B . VI 4739 ) , daß die Religion der pfeiler sein soll jeder staatlichen Ordnung , d . h . das religiöse Gefühl , wie es bei Jedem innewohnen soll ; aber ich bin nicht der Ansicht , daß bestimmte Konfessionen vorzugsweise zu Grundpfeilern geeignet seien , sondern ich meine , daß gerade der Standpnnct des Christenthnms uns vor allen anderen Duldung gebietet , und ich freue mich , daß , wie es scheint , endlich diesem Grundsatz im 19 . Jahrhundert Bahn gebrochen wird , und das ; wir ihn auch in unsere Grundrechte >Art . V S . 316 uud aufgenommen habe« . Das verehrte Mitglied von Kansbenren sBarth St . B . VI 4756 ) hat die Gründe der Gegner übrigens schon so abgefertigt , daß wenig zu sagen übrig bleibt .
Ich frage daher nur , ob die Sache sich etwa anders gestalte» würde , wenn der König von Preußen , wozu er doch berechtigt bliebe , seine Coufessiou änderte . Würde dann nicht mancher Katholik von dieser Ansicht abgehen ? Und hier stimme ich zufällig einmal mit dem Mitglieds aus Tirol >Beda Weber St . B . VII uberein , der da meinte , der Katholicismns hätte eine so fest begründete Stellung im Innern des Staates , — uud ich darf wohl hinzufügen , auch außerhalb desselben — daß er Beeinträchtigungen nicht zu scheue» habe . Ich räume dem

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