XV . Die Verfassung . Schluß .
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Was aber meinen Standpnnct in der heutigen Frage betrifft , so kann ich dein verehrten Mitgliede ans Schleswig ^Dahlmann S . 440 und 4411 , das ich sonst hoch verehre , nicht beipflichten : für mich ist der Standpnnct nicht ein ausschließlich preußischer . Weuu ich für das Prinnp der Erblichkeit bin , so bin ich dafür , weil ich es für das beste für unser Vaterland iii jeder Beziehung halte , und
ich keuue Mitglieder aus Oesterreich , die im Siebeuzehuer - Ausschusse waren nud für die Erblichkeit gestimmt habe» / 24 iu der festen Ueber - zengnng , daß gerade Prenßen au die Spitze kommen müsse . Ich sage das , was ich von einem dieser Mitglieder selbst gehört habe , nud ich kauu diesen unparteiischen Standpnnct nicht hoch genng anschlagen .
Ich , meine Herren , habe stets aus diesem Standpnncte mich be - snnden : es gab eine Zeit im Frühjahre nnd , ehe wir hier zusammen - traten , wo ich nach meiner individuellen Ansicht als das Wünschens - wertheste ansah , eiueu österreichischen Prinzen an die Spitze zu stellen ; aber ich meine , in der heutigen Discussiou wäre die Frage , ob wir für Oesterreich oder Preußen uns zu entscheiden haben , jedenfalls an - ticipirt . Ich sage offen lind ehrlich , wie ich es bei vielen früheren Gelegenheiten sz . B . St . B . III 2108 ] gethau habe , daß , weuu Oester - reich die Bedingungen erfüllt , in Deutschland eintreten zn können , ich es jedenfalls weit lieber sehen würde , wenn das Hans Oesterreich als erbliche Kaiserfamilie an die Spitze kommen nnd Prenßen sich ihm unter - ordnen würde , als wenn Ihre Trias oder Ihr Directorinm nnd aller andere Kohl eintreten sollte . Ich bin überzeugt , daß Viele meiner Lands - tcute — von Vielen weiß ich es persönlich , von Anderen habe ich die Ueberzeugnng — dieselbe Ansicht habeu . Ich halte die Sache nicht für ein dynastisches oder particularistisches Interesse , ich halte die Frage für eine rein deutsche , und ich glaube , der Vertreter jedes deutscheu Volks - stammes soll nur für die Einheit des Vaterlandes hier wirken .
Ich habe bei meinem ersten Vortrage hier in der Versammlung unsere Mission mir näher zn bezeichnen erlaubt und sS . 9 nnd 10 ) von acht nnd dreißig Nationen * gesprochen : damals hat man mich ver - lacht , als ich sagte , unsere Aufgabe fei wesentlich die , dieser Misere ein Ende zu machen ; jetzt , wo wir nach acht Monaten fast am Ende unserer Aufgabe uus befinden , bin ich mir bewußt , mir treu geblieben zn sein , — ich höre aber jetzt viele Stimme» in diesem Hanse , die eben nichts Anderes wollen als die acht nnd dreißig Nationen . * *
* St . B Vit 4829 : vo» vier und dreißig Nationen . * * St . B . VII 4829 :
die vier und dreißig Nationen .

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