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XV . Die Verfassung . Schluß
dein Wahlreiche der Beste berufen wird , so ist dieses geradezu unpraktisch : Sie müssen bei Ihrem Systeme vielmehr die möglichen Gefahren berück - sichtigen , Sie müssen es ans die Schwächen der menschlichen Natur bauen und das System so einrichten , daß diese Schwächen nicht die Oberhand gewinnen können , und darum schaffen Sie eine Erblichkeit , welche den unedlen Jntrignen und Cabalen , dem niederen Ehrgeize der Einzelnen auf immer einen Damm entgegensetzt . Ich berufe mich hier um so mehr auf das verehrliche Mitglied aus Baden jWelcker St . B . VI 4771 ] , da er sür das constitutiouelle System nicht so parteiisch ein - genommen zu sei» scheint , was schon daraus hervorgeht , daß er eine gauze Kammer , weil sie eine andere Weltanschauung als die seinige hat , deshalb auf dem Kopfe gehen ließ .
Wenn endlich von jener Seite ( links deutend ) als Gegeugrund von dem Mitglied ? von Salzgitter sAhrens St . B . VI ! 4810 ] geführt worden ist , daß man gerade das beweglichste Princip schaffen müsse , so bin ich entgegengesetzter Ansicht .
Gerade weil die Erblichkeit nichts Bewegliches ist , sondern die Stabilität an der Spitze hat und durch die Stabilität , die sie der Spitze verleiht , jeder politische» Ansicht es möglich macht , sich so beweg - lich als möglich in den gesetzlichen Schranken zu bewegen , gerade des - halb biu ich für die Erblichkeit .
Man hat nns nun zunächst wieder von dem Standpnncte der Principien bekämpfen wollen , welche wir bisher in die Verfassung ans - genommen habeil : man hat gesagt , die Erblichkeit widerstreite dem Be - griffe des Bundesstaats . Das ist sogar von Rednern jener Seite des Hauses ( zur Linken ) sz . B . von Ahrens St . B . VII 4810 ) äußert worden ; wir haben diese Argumente von Rednern der Seite des Hanfes hören müssen , die sonst nicht so gern den Standpnnct der Professoren einnehmen .
Ich sollte doch sagen , dieses wäre wesentlich ein Einwand von dem Standpnncte der Theorie aus , von solchen , welche so die Theorie durch die Theorie bekämpfen wollen ; ich meine aber , hier hätte schon ein sehr verehrter Redner , der gerade für die Lebenslänglichkeit des Königthnms sich ausgesprochen hat , der Referent einer der Minoritäten , durch seine americanischen Verbindungen gerade die beste» Gründe da - gegen angeführt .
Er . i . Mittermaier St . B . VII 4786 ] hat uns gesagt , ein verstorbener Freund von ihm , der früher in Paris Gesandter war , hätte als notwendige Bedingung einer gedeihlichen Entwickelnng unserer Ner -

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