XV . Die Verfassung . Schluß .
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Wenn man uns immer wieder von der Kostspieligkeit einer monarchischen Regierung spricht , so kann ich Sie nur wiederholt bitten , einen Blick auf unsere Nachbarn über dem Rheine zu werfen . Der Er - folfl einer zehnmonatlichen republikanischen Regierung hat ihnen ein Deficit von der Hälfte des jährlichen Budgets gebracht , eine Finauzver - wirrung , wie sie in Europa noch nicht da gewesen ist . Wenn das für die Wohlfeilheit der republicauischeu Regierung spricht , so haben Sie freilich recht ; so lange Sie aber diese Thatsache nicht widerlegen , können solche Gründe in der That nicht hierher gehören .
Man hat ferner — und das ist der Pnnct , an welchem das Princip der Erblichkeit vielleicht am Verwundbarsten ist — auf die Möglichkeit schwacher Fürsten hingewiesen : man hat gesagt , es wäre möglich , daß ein geistig und körperlich unfähiger Fürst an die Spitze trete , ( f . lungen II 753 . ]
Ich kann hier meine Gegengründe wiederum zu meiner Freude von einem Gegner entlehnen . Ein verehrter Abgeordneter ans Baden , sWeIcker St . B . VI 4771 ] , hat mit großer Lebhaftigkeit im gesetzten Sinne gesprochen . Er hat uns gesagt , daß wir aus dem Bei - spiele Englands lernen könnten , daß ja nicht der König es wäre , welcher dort die Regiernngsgrnndsätze bestimme , sondern daß das Parlament regiere , welches , so groß der Wechsel der Ministerien zwischen Whigs und Tories auch gewesen sei , immer eine consegnent englische Politik verfolgt habe .
Ich gebe zu , daß dieses der Einfluß des englischen Parlaments war , und gerade dort hat die Bedeutung der coustitutiouelleu Monarchie in ihrer Größe sich gezeigt . Wir erinnern uns , daß Georg III . geisteskrank war , so daß er das Parlament mit „ Mylords und Wasser - schnepsen " anredete und deshalb unter Enratel gestellt werden mußte , " — uiib selbst solche Zustände haben den Constitutionalisuins nicht zu Falle bringen können , und noch heute singt der Engländer mit Begeisterung sein : „ God save tlie king ! "
Ueberhanpt verwechseln hier die Gegner die Lage der Dinge . Warum ? Weil der Vortheil der Erblichkeit viel mehr ein negativer als ein positiver ist : er ist ein negativer , in so fern sie alle Gefahren , voil denen ich vorhin sprach , welche von den anderen Systemen unzer - trennlich sind , vermeidet und ausschließt ; weil sie ferner dem vernünftigen Volkswillen volle Gelegenheit gibt , sich ans eine gesetzliche und ordnungs - mäßige Weise geltend zu machen .
Wenn Sie Ihr System ( ans der linken Seite ) auf die vorzüglichen Seiten der menschlichen Natur baue« , auf die Voraussetzung , daß in

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