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XV . Die Verfassung . Schluß .
Man glaubt , — uub das ist das eigentliche Hauptargumcnt Aller , welche eine Wahlmouarchie wünschen — sie würde doch wenigstens das Resultat haben , daß der Beste gewählt wurde , ^s . z . B . VerHand - hingen II 753 und 754 .
Sie mögen es paradox neuuen , aber ich bin der Ansicht , das ; in der Regel gerade der Schlechteste gewählt würde , uud wenn Sie mich nach Beweisen fragen , so liegen die Erfahrungen unö wahrlich sehr nahe . Wir braucheu nur über den Rhein zu schaue» , hinüber nach Frankreich : Weshalb ist dort Louis Napoleon [ aui 10 . Deeember 1848 zum Präsidenten ) gewählt worden ?
Man konnte es für Vorliebe der Franzosen für die Erblichkeit und den Glanz seines Namens halten , und der Gniud mag für Manchen gegolten haben , wie uns die Blätter berichten ; aber was die großen politischen Parteien betrifft , so find Alle , die ihnen näher gestanden haben , darüber einig , daß er eigentlich nicht gewählt wurde , weil man ihn gewollt hat , sondern weil Jeder etwas Anderes gewollt hat , weil man aber glanbte , daß die Zeit noch nicht gekommen sei , dies Andere ins Leben zu rufen : ungefähr , wie die Herren hier ( zur Linken ) glaube« , es fei noch nicht die Zeit für die Republik gekommen .
( Zuruf auf der Linken : O ja ! )
Ich komme darauf später zurück .
Die Anhänger von Louis Philipp , die Anhänger der Bonr - bonen , die Anhänger der Republik , Jeder dachte : während der Regierung eines so schwachen , unbedeutenden Menschen , wie Louis Napoleon , wird es einem Jeden möglich sein , für seine Principicn zn wühlen . Sie haben gedacht : wenn er nach vier Jahren abtritt , werden wir ans dem Platze erscheinen , wir werden ihn während der Zeit con - snmiren , und was liegt an einem Menschen , wenn wir inzwischen die Zeit ansbenten können zn Gnnsten unseres Princips ?
So würde es nngefähr auch bei unserer Wahl gehen : man würde nicht einen Fürsten an die Spitze stellen , der mit Macht nnd Kraft ein - griffe in die Leitung des Staatswesens , sondern einen , der die Interessen der einzelnen Parteien begünstigte , oder der allen Parteien genügenden Spielraum ließe für ihre Interessen .
Ich kann daher auch nicht einsehen , wie von den Verteidigern I einess der Minoritätserachten [ Verhandlungen II 754 J gesagt werden kann : durch die Wahl würde ein edler Wetteifer unter den Fürsten vorgerufen werden , um , Jeder in seinem Einzelftaate , gut zu regiere» ;

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