XV . Die Verfassung . Schills» .
439
Vater gehört : ^Aein Heil für uns als in der Wiedervereinigung mit Mecklenburg ! "
Als ich ein Knabe war , fing jene bonapartische Siegesperiode an . Davon ward bei nns vernommen wie von Vorgängen in einem anderen Welttheile , höchstens , das ; zu der Zeit , wo das deutsche Blut in Strömen floß , sich einmal der Sorgeruf kund gab : „ Wenn nur nicht der Krieg bis hierher vorwärts dringt ! " Nachgehends , als ich zum Jünglinge er - wachsen , schlangen sich die Bande der napoleonischen Herrschaft schon fester und fester um das arme Vaterland .
Meine Herren ! Das war keine leichte Zeit für einen jungen Vaterlands - losen und doch deutschen Mann , der doch einige Kraft in sich fühlte , seine» ersten Anker in der menschlichen Gesellschaft auszuwerfen in dieser Periode des allgemeinen Mißmnthes , des allgemeinen Berstnmmens , der allgemeinen dumpfen Aeküininerniß . Hierauf endlich jener Nettungsstrahl , jener Anfang der Erhebung in den Jahren 1812 mib 1813 ! Wie sehr wünschte jeder Jüngling , wie sehr wünschte auch ich , mein Blut daran wagen zu dürfen , daß Deutschland befreit würde ! Ich war zn der Zeit an der Universität Kiel Professor , Dänemark aber stand mit Napoleon im Bunde : durch diese nnglückselige Zertrennnng Deutschlands war ich , wie mancher Andere mit mir . von dem Kampfe für das deutsche Vaterland ausgeschlossen . Jeder Schleswig - Holstein« : , der das gethan hätte , würde von seiner Regierung als Hochverräther bezeichnet worden sein .
Nun die Zeit , die darauf folgte , die Zeit der schrecklichen Eni - tänschnng aller wahren Vaterlandsfreunde ! Ich will sie nicht erneuen , die Schmerzen , will nicht kommen auf die schleSwig - holsteinsche Sache , der ich so lauge meiu Dasein gewidmet - ich will nicht der hannoverschen Sache erwähnen , die mir so tief in das Herz gedrungen ift . 10 Aber glauben Sie , meine Herren , daß der Mann , der das Alles erlebt , der so viele Erfahrungen unseres vaterländischen Lebens durchgemacht hat , daß der weiß , wie tief die Uebel in Deutschland wurzeln , weiß , was zn heilen ist , und daß wir die rechte Zeit der Heilung nicht dürfen vor - übergehen lasse« .
Aus diesen schweren Lebensjahren habe ich die Ersahrang geschöpft , daß wir vor allen Dingen einer einheitlichen Gewalt bedürfen , einer Ein - heit , der das Ganze des Vaterlandes Eins und Alles ist . Alles , was ich srüher in Deutschland erblickte , alle jene sog . kleinen Ganzen , die waren nur dazu da , um das große deutsche Ganze gründlich todtznschlagen . Uns thut eiu Herrscherhaus uoth , welches gänzlich sich unserem Deutschland widmet , gänzlich in Deutschland lebt und in nichts Anderem .

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.