XV . Die Verfassung . Schluß .
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Eben so groß sind aber die Gründe von unserer Seite , die das Zustandekommen einer solchen Union wahrscheinlich machen .
Preußen hat sich geschichtlich im Gegensah zu Oesterreich entwickelt ; aber das hat gerade dann ein Ende gefunden , wenn es mit dem übrigen Deutschland zusammenwächst und in ihm ausgeht . Teutschland wird kein Preußen sein , und wir acht Millionen Süddeutsche sind gerade eine Bürgschaft für Oesterreich , daß keine antiösterreichische Politik in dein neuen Deutschland jemals gelten wird . Schon in Preußen selbst hat das cxclnsive Preußeuthum kaum eine Mehrheit , — wie soll es sie haben im übrigen Deutschland , wo das Gewicht aller kleinen Staaten dazu kommt , die zusammen großer sind als Preußen selbst ?
Wenn man . B . S ch ütz St . B . VI ferner sagt , reich werde dauu auf Deutschland keine» Einfluß mehr habe« , so muß ich Ihnen gestehen , ich fürchte eher , daß der Einfluß Oesterreichs zu groß als zu klein sein wird .
Was zum Schluß die Erblichkeit betrifft , so möchte ich dafür nur einen Grund anführen , der für mich ein entscheidender ist : wir wollen einen preußischen Erbkaiser eben darum , weil wir nicht preußisch werde« wolle« .
Wir wolle« u«s ganz hingeben , aber wir verlangen das Gleiche auch von Preußen : wir verlange» , daß es seinen staatlichen Organismus als ein fügsames Glied in die deutsche Berfasiung einreihe , daß es uns in Berlin nicht den Doppelgänger eines Reichstags hinstelle , daß es nicht die Stellung und Gliederung einer Großmacht fortbehalte , daß der Unter - schied unter den deutschen Staaten kein anderer werde als der zwischen mittelbaren und unmittelbaren Reichslande» .
Diese Forderung können wir aber nur dann stellen , wenn die Verbindung keine zeitliche , sondern eine unauflösliche ist . Wir können nicht erwarten , daß Preußen , wenn es nach sechs Jahren wieder ab - zutrete« hat , feine gesammte Staatsverfassung so lauge suspeudire . Es muß bleibe« , was es ist , und wir kommen ans dem Gegensatz von große» lind kleinen Staaten uie heraus ; denn , wenn Preußen seine selbstständige Stellung behält , so werde» es die andere» auck thun . Ein vollkommenes Zusammenwachsen ist nur unter dieser einen Bedingung möglich , von der ich gesprochen habe .
Man sMittermaier St . B . VII 4787 ] sagt ferner , man könne für keine Erblichkeit stimme» , so lauge das Verhältnis ; zu Oesterreich im Unklaren sei .

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