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XV . Tie Verfassung . Schlich .
sich hören lassen können , sobald die Fragen nicht im Allgemeinen , sondern im Einzelnen besprochen werden , sobald die Entscheidung nicht mehr vom Zustandekommen eines einstimmigen Beschlusses von einem Dutzend einzelner Regierungen abhängt , sondern von den Beschlüssen eines Reichs - tags , von den Vertretern der ganzen Nation .
Die Frage über die Verhältnisse zu Oesterreich in Beziehung aus Zoll und Handel bleibt jedenfalls eine Sache für sich , die von Unter - Handlungen abhängt , mag es nun mit der deutschen Verfassung werden , wie es will . Ob wir mit Oesterreich ein Zoll - und Handelsgebiet bilden werden , was ich so sehnlich wünsche als irgend Jemand , und wann , das hängt nicht von der heutige» Abstimmung ab , sondern davon , was die Interessen beider Länder gebieten ; denn diese sind mächtiger als alle politischen Rücksichten des Augenblicks . Wenn ich aber auch zu - gebe , daß ein Znstandekommen einer solchen Zollunion durch unsere Entscheidung verzögert werden konnte , so kann ich von ein paar Monaten oder Jahren , um welche ein für uns günstiger Handelsvertrag früher oder später ins Leben tritt , die Auserstehung eines starken Deutschlands niemals abhängig machen .
Der andere Pnnct , in Beziehung ans welchen uns bewiesen werden will , daß es gegen das Interesse der südwestlichen Staaten sei , mit Norddeutschland inniger znsammenznhängen als mit Oesterreich , ist der militärisch - politische .
Man . B . M . Mohl St . B . VI 4021 und 4622s sagt uns , bei unserer Lage zwischen Frankreich und Oesterreich sei Oesterreich unser natürlicher Beschützer , wir seien nur dann gesichert , wenn wir mit Oesterreich im innigsten und nächsten Bunde stehen .
Ich will Sie hier nicht an die Kriegsgeschichte erinnern und mich nicht auf ein Gebiet verirren , ans dem ich nicht zu Hause bin . Allein das scheint mir auf der Hand zu liegen , daß ein Land , dessen Beschützer hundert Stunden hinter ihm liegen , schlecht beschützt ist , daß ein Land schlecht beschützt ist , wenn es nothwendig der Tummelplatz der feindlichen Heere , der Sitz des Krieges sein wird , und in welcher Weise Oesterreich unser Land ansieht , davon mochte ich ans der jüngsten Zeit noch einen Beweis anführen und an eine alte Sünde des deutschen Bundes erinnern .
Man hat von deutschem Geld , nachdem es lange im Kasten ge - legen ist und — ich weiß nicht , wem — Zinsen getragen hat , nicht eine deutsche Festung an die schwache Grenze Deutschlands , sondern an die Ostgrenze unseres Landes eine bayerische und österreichische Festung

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