XV . Tie Verfassung . Schluß .
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würde , daß es mich dort nicht an solchen fehlt , die sich in das Unver - iiieidliche fügen , die bereit sind , mancherlei Sympathien und Interessen »in den Preis eines großen Vaterlandes hinzugeben .
Ich bedauere , das ; es einem andern Manne aus meinem Vater - laude nicht gegönnt , daß Panl Pfizer verhindert ist , in diesen Tagen auf dieser Tribüne zu stehe» und für eine Idee zu sprechen , welche er ein Recht hat sein Eigeuthum zu nennen , worin er schon vor Jahren mit staatsmäuuischer Voraussicht die künftige Form der deutscheu Einigung gefunden hat . ° Allein so sehr wir Alle ihn hier vermisse» , so wollte ich doch nicht , daß - gar keine Stimme aus meiner Heimat in diesem Sinuc sich vernehmen ließe .
Es ist gegenüber einer bestiuimten , so schwierigen Frage , wie die über das Oberhaupt , nicht leicht , von einer öffentlichen Meinung zu spreche» , zumal in einem Lande , wo das politische Urtheil sich selbst noch erst aus einer trüben und verworrenen Gährnng herauszuarbeiten hat .
Ich weiß sehr wohl , daß auch bei uus die demokratische« Vereine gegen jede mouarchische Spitze sind ; ich weiß und begreife es vollkommen , daß diejenigen Theile von Würtemberg , welche iit deu letzten jahren mit uus verbunden wurden und bis heute noch nicht recht zu einem Ganzen zusammengewachsen sind , ' theils im Hinblick ans liche Erinnerungen , theils aus coufessiouelleu Rücksichten nicht sür ein preußisches Kaiserthum sei» können , — ich muthe es ihnen auch nicht zu ; ich gebe ferner zu , daß , wenn es uns gelingen sollte , diesen Plan durchzuführen , er bei uns nicht mit Jubel begrüßt werden dürfte , daß das Volk lauge Zeit dazu brauche» würde , ehe eS sich hineinfinden könnte .
Ich »uiß aber auch die Ueberzeuguug aussprechen , daß diese Idee in unserem Lande bei ihrer Ausführung wenigstens nicht ans wesentliche und nnübersteigliche Hindernisse stoßen , nnd daß das Urtheil des Volkes vorzüglich von der Stellung abhängen wird , die die Regierung gegenüber dieser Frage einnehmen wird . Die Männer , die an der Spitze unserer Landesverwaltung stehen , genießen ein solches Vertrauen beim Volke , daß es ihnen glauben wird , wenn sie ihm * sagen , dieses Opfer sei ein uothweudiges für die Einheit des Ganzen .
Meine Herren ! W i r B e w o h n e r des f ü d w e st l i ch en Deutsch - lauds befinden uns dieser Oberhauptsfrage gegenüber in einer eigentümlichen und peinlichen Stellung . ^ Es hat Niemand , kein deutscher Stamm ein größeres Interesse an der deutsche»
* St . B . VII 4815 und Rümelin a . a . O . : ihnen .

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