XIV . Das v . Gagernsche Programm .
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Dann aber gebietet die Selbsterhaltung dem anderen Deutschland , Oesterreich in Deutschland zu haben , das sonst seine Grenzen weithin bedroht , während Oesterreich durch feine Festungen in Böhmen , >Ober - s Oesterreich und Tirol gegeu Deutschlaud gedeckt ist .
Noch einen Puuet will ich hier andeuten . Ich las heute einen Brief von einem Abgeordneten der französischen Nationalversainmliing , welcher mit kurzen Worten sagt : „ Trennt Oesterreich von Deutschland , so wird man eine neue Auflage des alten Rheinbundes zu Wege zu bringen wissen ! "
Nein , sagt mau , das ist falsch : Oesterreich bleibt Deutschlaud zu - gewandt , deuu es hat ein deutsches Regeuteuhaus , es hat so viele deutsche Bewohner ! 8C
Auch England hat ein deutsches Regentenhaus , und ich danke jdochj für die deulschfreundliche englische Politik ! Die Deutschen sind in Oester - reich die Minderzahl , und genügte diese , nun , so schließen Sie Ihre Union auch mit Rußland , das in den Ostseeprovinzen deutsche Bevölkerung hat ; schließen Sie sJhre> Union mit der ganzen Welt , denn überall gibt es Deutsche als Minorität der Bevölkerung !
Und wie dann , wenn Oesterreich die vom Reichsministerium langte Erklärung ablehnt und sich einfach ans die Note vom 28 . De - cember beruft ? Ich glaube , Oesterreich wird [ sich ] kaum jetzt erklären ; ans der Rede , die der Bevollmächtigte der österreichischen Regiernng bei der Centralgewalt [ i> . S ch in er l i n g S . 333—341 ] vorgestern hier gehalten , vermochte ich es nicht zn entnehmen , daß es sich , und wie es sich er - klärt , und ich gestehe es offen , die Coitsequenz der Note forden schon , daß eine weitere Erklärung nicht gegeben wird , bis das Verfassuugswerk vollendet ist . — Dann war der Schritt nnzeitig uiib erfolglos Z
Endlich , meine Herren , müssen die Conseqnenzen des Pro - gramms gezogen werden .
Man mag , so viel man will , gesagt haben , es sei keine Theilnng Deutschlands im Hintergründe vorhanden , — sie ist doch im Sinne !
Das ministerielle Programm erklärt sich nämlich unter Nr . 5 gegen das Vereiubaruugspriueip im ganzen Umfange von Deutschland , es verlaugt aber unter Nr . 7 die Ermächtigung zur Unterhandlung mit Oesterreich . Daraus folgt nun , daß die Theilnng im Augenblick schon vom Ministerium selbst geglaubt wird , denn sonst könnte es nicht das Princip der Vereinbarung mit Oesterreich durchführen wollen , das ja nach Nr . 5 für ganz Deutschland geradezu in Abrede gestellt ist , und es ist daher hiernach keine Absurdität , die Theilnng zn behaupten , die

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