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XIV . Das v . Gagernsche Prvgramiil^
aber sie soll nicht gesucht werdeil durch eine Hiuausdränguug Oesterreichs , die einer Theiluug Deutschlands gleich fommt .
Aber , meine Herren , nicht bloß der Herr Ministerpräsident ist es , bei dein eine solche Richtung nach jener Aenßernng in der hessischen Kammer anzunehmen war , sondern wir haben in der jüngsten Zeit Er - fahrungen , die diese Unterstellung vollkommen rechtfertigen : man sehe ans die veränderte Haltung vieler öffentlichen Blätter , die hier und in einem großen Umkreise und in Norddeutschlaud erscheinen ; mau sehe den heftigen Tou gegen Oesterreich in Blättern , die von der Paulskirche aus mitredigirt werden ; man lese darin die Weihrauchwolken gegen Preußen ; mau erwäge das Gerücht , das ; unter den Blättern einige Unter - stütznugen erhalten sollen , — ich sage ausdrücklich : „ sollen " — um in gleicher Richtung fortzuwirken .
( Stimmen im rechten Centrum : Beweis ! Verdächtigung ! )
Oh ! meine Herren , ich hoffe , keiner wird mir znmnthen , daß ich so etwas nnserm hochachtbaren Ministerpräsidenten oder einem ans diesem Hanse unterschiebe ; ich sage auch nicht , daß eine Regienmg von Deutschland [ d . i . Preußens sich dazu hergebe« würde : allein es gibt auch andere Leute , die in ihrem Sinuc wühlen .
Erwägen Sie , daß Blätter , die hier im Hause ihre besten Kräfte haben , diese Richtung offen predigen ititd auf den Austritt Oesterreichs dringen , und urtheileu Sie dann noch , ob ich zu viel gesagt . Wollen Sie aber «och Thatsache» , so hören Sie die eine unverfängliche , aber sehr laut sprechende , daß ein Abgeordneter aus diesem Hanse hier in der Umgebung in mehrere der^gelesensteu Blätter einen Aussatz über die vsterreichisch - prenßisch - dentschen Verhältnisse einrücken lassen wollte , in dem die Person des Verfassers jedes Bedenken gegen die Znlässigkeit ausschloß , und daß keine Redaetion ihn anfgenommen hat , und es hat sich , meine Herren , gerade bei ihm , der in der Staatsverwaltnng der früheren Zeit viel Erfahrung hat , die Ueberzeugnug herausgestellt , daß eine Censnr ausgeübt wird , welche härter erscheint als die alte Regiernugscensur , eine Censur durch die Redactioueu der Zeitungen .
Meine Herren ! Ich wiederhole nochmals : ich bin weit entfernt , irgend Jemanden von Ihnen , dem Ministerium oder irgendeiner Regierung ein unlauteres Mittel für jenen Gedanken unterzuschieben , und ich freute mich , wenn in der Wahrheit alle jene Gerüchte von unlauteren Mitteln keinen Halt hätten !
Wäre nun jener Grnud wirklich für die Unmöglichkeit des Ein - tritts von Oesterreich vorhanden , — und die Zukunft wird Manches

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