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XIV . Das v . Gagernsche Programm .
jüngst gemachten Versprechungen . S . 324 uitb vergäße , das ; man die Fordernngen der Nordslaven geringer hielte als die der Serben und diese den Deutschen nachsetzen wallte : in der unausweichlichen Roth - wendigkeit liegt es , das ; in einem freien Oesterreich das Föderativprincip in seinen Theilen zur Wahrheit werde , und mit dem Föderativprineipe ist die Einfügung Dentsch - Oesterreichs in Deutschland vollkommen ver - einbar , was ich schau bei einer andern Gelegenheit [ 3 . erwähnt nnd später noch ausführen werde .
Das erwäge» Sie doch , * meine Herren , ehe Sie so bestimmt sagen , Deutsch - Oesterreich könne nicht in den deutschen Bundesstaat eintreten , und auf diese Voraussetzung hin das alte Deutschland theilen wollen !
Aber nicht bloß ans politischen , sondern auch ans welthistorischen Gründen könne Oesterreich nicht eintreten : Oesterreich bedürfe zur Be - thätignng seiner germanisirenden Kraft nach Osten die volle nngeschwächte Staatskraft nnd Staatseinheit . — so hörten wir von dem Vertreter von Oberbarnim sJordan St . B . VI .
Wenn mich wirklich die Staatsformen nach solchen Humanitären Doctrinen gebildet werden sollten nnd Oesterreichs Weltanfgabe ses> wäre , der Germanisirung nach Osten als Canal zu dienen , dann begreife ich nicht , wie man Dentsch - Oesterreich vom andern Deutschland trennen will , wie mau dann acht Millionen Deutschen in Oesterreich zumnthen wolle , daß sie die doch eher ganz Deutschland zufallende Aufgabe Über - nehmen und das leisten sollen , was den ganzen fünf nnd vierzig Millionen zukommt ? Jedenfalls wäre doch der geistige Druck von fünf und vierzig Millionen eng verbundenen Deutschen nach Osten größer als der , den acht Millionen üben könnten , die — abgetrennt von den andern , inmitten anderer feindseliger Nationalitäten — vielleicht um die nationale Existenz kämpfen müssen !
So weit ging wenigstens nicht der Herr Ministerpräsident sv . Gagern St . B . VI 4564 ] , — der die Eintrittsfrage heute [ S . 374 und 375 ) mehr auf dynastische Schwierigkeiten zurückführte — weuu er sagte , Oesterreich könne nicht eintreten , so lange es nicht vor - zugsweise und allein an der Spitze der Angelegenheiten steht . Er rücksichtigt gewiß dabei auch das Gefühl des österreichischen Volkes , und es ist begreiflich , wenn das gesagt wird bei einem Volke , das so selbst - ständig gestanden ; bei einem Volke , das in der deutschen Oberhauptsfrage nicht übersieht , daß es sich wahrscheinlich um die Erbschaft einer Krone
* St . Ä . VI 4056 : noch .

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