XIV . Das v . Gagernsche Programm .
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näher , und auch von diesem Gesichtspuncte aus werden Sie mir die A»torisation , die ich erbeten , nicht versagen .
Dvch es sind gegen den Vorschlag eines einheitlichen Oberhanptes bereits triftige Gründe geltend gemacht wurden . Ich will einige dieser Gründe berühren .
Wir sollen , sagte Herr v . Wydenbrngk \B . 344 ] , die stärkeren Kräfte in ^Deutschland nicht feindlich einander gegenüberstellen .
Gerade , weil ich das vermieden sehen will , darum verlange ich die Antvrisation znr friedlichen Verständigung . Setzen Sie den Fall , Niemand dächte an die Wahl eines Oberhauptes für den Bundesstaat ans der preußischen Familie , sondern wir wären Alle darüber einig , es solle ein österreichischer Prinz an der Spitze stehen : Glaubt man , daß dann keine Mächte einander gegenüberstünden ? Glanbt man , daß Alles , was Wider - stand leisten könnte , dann zum Voraus beseitigt oder niedergeworfen wäre ?
Aber es wird ferner svon v . Wydenbrngk S . 344 ] behauptet , die Schaffung eines Directoriums — in einer Dreiheit oder Fünfheit— würde einer solchen Eventualität vorbeuge» , und es würde sich dabei das Ge - wicht der große» deutschen Mächte balanciren .
Ich habe dies Argument nicht recht begreifen können ; denn wenn das Directorinni eine Wesenheit ist , so ist es die Einheil in der Leitung , und es wird eben so viel Widerstand finden bei denen , die sich ihm unterordnen sollen , als das einheitliche Oberhaupt , wenigstens einen nachhaltigeren Widerstand . Die als eine politische Notwendigkeit einmal erkannte Unterwerfung unter ein Oberhaupt kostet einen einmaligen Kampf , und das Opfer ist gebracht : bei der ungleichen Berechtigung im Directorinni bleibt es ein ewiger Kampf des offenen Widerstandes oder der Jntrigne .
Man sVogt St . B . VI 4633 und 4634 ] hat gefragt : Wozu will denn das Ministerium die Antorisation ? Noch ist ja der Zeitpnnct gar nicht gekommen ; die Zwecke der Centratgewalt kann das Ministerium vollziehen mit den Vollmachten , die ihr das Gesetz gegeben - hat ! Herr Vogt hat uns heute Morgen jsugcir ] zu beweisen versucht , daß das Ministerium denselben Umfang von Macht habe , wie solche der Gesammt - bnndeStag im Pleno hätte ausüben können .
Ich will nicht untersuchen , wie Herr Vogt nrtheilen würde , wenn das Ministerium der Ceutralgewalt auf diese rechtliche Basis ihre Thätig - keil stützen wollte ; aber , meine Herren , ich erkläre mich für zu mächtig , in diesem Umfang die Rechte der Centralgewalt geltend zu machen . Ist aber Jemand , der das für die Aufgabe des Ministeriums der Centralgewalt hält nnd sich die Macht dazu zutraut ? —Meine Herren , ich räume de» Platz .

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