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XIV . Das v Äagcrnjche Programm .
Ich gebe diese Bedingungen als erforderlich vollkommen zu , und Sie sehen , wie wenig ich bei der Ungewißheit , ob diese Bedingungen zn erreichen siud . ans die Verwirklichung meiner Ansichten zuversichtlich rechne . Es werden dazu entscheidende Schritte erfordert ; es gehört nalnent - lich - uicht iu der elfte« , sondern in der zwölften Stnnde >s . B eseler St . B . VI 4027 ] — die Erhebung dieses Hauses dazu , um die Uebereinstimmnng zu einer That zu bezeugen , und ich gebe die Hofsumug nicht auf . Ob eine Oberhauptswahl der Znstilumuug der Fürsten sich zn erfreuen haben werde , wenn demnächst das Hans zu einer solchen Wahl zu schreiten sich veranlaßt sehen sollte , ist freilich eines der Probleme , deren Lösung ich nicht vor - sehen kann ; aber wenn wir uns mit Oesterreich verständigen können , wenn Oesterreich uus zugesteht , das ; ein stärkeres Deutschland neben ihm gegenwärtig , künftig lind für alle Eventualitäten , die beiden großen Staatencomplexen bevorstehen köuneu , dringender noth thiie , als der ohnehin nicht wohl herzustellende alte Einfluß auf die Eiuzelstaateu im laxeren alte» Buudesverhältuiß ihm Vortheil gewähren konnte , wenn Oesterreich Idies ] zugesteht , dann , meine Herren , wäre zwar die Frage noch nicht gelöst , aber der Lösnng näher .
Ich achte keine Kraft gering , und wir machen die Erfahrung , es sind nicht bloß dynastische Interessen , die in einzelnen Staaten der wirklichung des Bundesstaats mit einheitlichem Oberhaupte entgegen - stehen könnten . Wären es bloß dynastische Interessen : die öffentliche Meinung ist stark genug , und der Jnstinet der Dynastien , der wohl augenblicklich irregeleitet werden kann , er würde bald ihnen sagen , daß ihre Zukunft wesentlich durch das unter einem ein - heitlichen Oberhaupt erstarkte Deutschland bedingt ist ; aber es sind nicht bloß die dynastischen Interessen : es sind die Gefühle und Traditionen sehr achtbarer Volksstämme selbst , mit ehrenvoller Geschichte , die ihre Selbstständigkeit nicht wohlfeilen Kaufs her - geben wollen .
Diese Alle für dieselbe Ansicht über die Lösung der Frage vom Reichsoberhaupte und dem Maße des erforderlichen Opfers ihrer bis - herigen Selbstständigkeit zn Gunsten der Einheit zu gewinnen , hat gewiß große Schwierigkeiten ; aber ich rechne ans den gesunden Sinn des Volkes , auf den Einfluß , den seine Vertreter , die hier sitzen , haben werden , und auf die Einsicht der Fürsten , die an der Spitze stehen . Das gilt von Bayern , eben so von Hannover , Sachsen , Würtemberg und auderswo .
Und dann : eine Lösungmuß gesunde» werden . Wenn wir mit Oester - reich verständigt sind , so sind wir der Lösung der Aufgabe bei Weitem

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