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XIV . Das v . Äagcrnsche Programm .
selbst noch alle die Kräfte und Bedingungen in sich vereinigt , um diese« Flirtbestand zu sichern , das glaube ich auch , und so halte ich es für eine staatsmännische und deutsche Pflicht , nicht einen Schritt zu thuu , der dem Fortbestand eines solchen Bedürfnisses entgegentreten würde .
Man [ Bogt St . B . VI sagt , alle diese Bolksstämme wollen nichts als den Zusammenhang des Heeres , nichts als die gemeinschaft - lichen Finanzen .
Nun , wo der Zusammenhang des Heeres verlangt wird , da wird doch wohl auch die Einheit der Vertretung nach Außen mit verstanden seiu ; wo aber der Fortbestand der staatlichen Einheit für die Vertretung nach Außen , für das Heerwesen und die Finanzen gefordert und dungen ist , da ist eben der Fortbestand der staatlichen Einheit selbst ge - fordert : darin liegt ja wesentlich die staatliche Einheit .
Meine Herren ! Ich habe mich nicht geweigert , vielmehr vorgestern mich bereit erklärt , auf die Oberhauptsfrage einzugehen . Ich thne dies jetzt , aber ich erkläre ausdrücklich , daß ich dabei nur meine Person - liche Meinung ausspreche . Ich thue es , weil es als eine Affectatiou er - scheinen oder mir als Mangel an Offenheit ausgelegt werden könnte , weil» ich die Frage vermeide» wollte , welche , wie ich nicht iit Abrede stelle , mit der vorliegenden Frage vielfach im Zusammenhang steht .
Herr Vogt [ St . B . VI 4629 ] hat mich mißverstanden , wenn er heute Morgen gesagt hat , ich hätte zwar sSt . B . VI 4563 ] erklärt , ich wolle nicht die preußische Hegemonie , aber iu der Kaiserwürde liege die Hegemonie , und diese wolle ich .
Es ist richtig , daß die Kaiserwürde die obere Leitung des Kriegs - Wesens begreift ; es ist aber eben so richtig , daß die Hegemonie nicht die Kaiser - oder Königswürde begreift , und daß ich gleichzeitig , nachdem ich gesagt habe , ich wolle die preußische Hegemouie nicht , deutlich habe zu erkennen gegeben , daß ich ein Reichsoberhanpt will , ein einheitliches und , da Sie ( zur Linken ) es jetzt schon hören wollen , ja , ein erbliches Oberhaupt . Ich erachte es für eine» inneren Widerspruch , die Monarchie in den Zweigen zu erhalte» und , im Gipfel sie entbehrend , im Gipfel die repnblicanische Spitze zu wolle« , wo es gerade der einheitlichen Führung bedarf . Die 'einzige Art aber , wie diese repnblicanische Spitze gebildet werden könnte , ohne mit den monarchischen Einrichtungen der Einzelstaaten in den prineipiellsten Widerspruch zu geratheu , ohne als eine Anomalie zu erscheinen , das wäre nur der alte Bundestag , d . h . die Gesammtwirksanikeit der Einzelstaaten bei der Centralgewalt durch Be - vollmächtigte . Von der Vernichtung dieses Zustandes aber sind wir ans -

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