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XIV . Das v . Gagernschc Programm .
von den §§ 2 und 3 des Verfassungsentwurfs : das ist das Wenigste . Nehmen Sie diese §§ 2 nnd 3 hinweg , nnd es bleiben zlvauzig andere , die Sie ändern müßten , um es möglich zu macheu , daß Oesterreich mit seiuen deutschen Provinzen in deu Bundesstaat eintrete .
Aber Oesterreich kauu eintreten mit seiner Gesammtmvnarchie , so sagt man , ( z . B . M . M oh l St . B . VI und dann , wenn das möglich wäre , daß Oesterreich mit seiner Gesammtmvnarchie einen Gesamintstaat mit Deutschland bilden könnte , dann gewiß , dann wüßte» wir , — und ich räume geru das ein — wer die Geschicke dieses Reichs zu führen haben würde ; aber daran glauben auch nur Wenige , nnd noch Wenigere in Teutschland wünschen es .
Ich achte alle Meinungen , auch die , welche sich in dem kriegerische» Ruhme gefüllt , der an die Idee einer großen weltgebietenden Macht sich anschließt , [ f . v . Arn et h St . B . VI - 1507 . j Dem Ehrgeiz , einer so großen Nation anzugehören , bin ich nicht verschlossen , aber die vor - waltende Idee unserer Zeit , von der wir nns ungestraft nicht entfernen dürfen , ist die Eutwickelung der Freiheit ans nationaler Grundlage .
Mit dieser Bedingung unserer Eutwickelung ist die Bildung eines solchen Gesammtstaats nicht vereinbar : mit den Forderungen der Rationalität ist es nicht vereinbar , daß wir ein Dutzeud fremder Natioueu hier mit nns tagen lassen , deren Stimmenverhältniß wir kaum keime» ; mit deu Bedingungen der Freiheit ist es aber noch weit weniger vereinbar , — und das scheine» doch diejenigen , die jener Ansicht das Wort reden , als eine notwendige Folge derselben zugeben zu müssen — daß gar keine wahre Volksvertretung bestehe , indem Deutschland dann sich als Föderativstaat im weiteren Sinne constitniren nnd darauf sich beschränken müßte , etwa durch Deputirte der Provincialstände der schiedenen föderirteu Nationen die gemeinschaftlichen Interessen vertreten zu lassen .
Das , meine Herreu , bietet nicht die Erfüllung der Aufgabe , für deren Lösung wir hier zusammengetreten sind : die Freiheit auf der Grundlage nationaler Einheit zu begründen .
Wenn aber Oesterreich nicht mit seiner Gesammtmonarchie in den Bundesstaat eintreten könnte , wenn es auch nicht bloß mit seinen deutschen Provinzen eintreten kauu , ohne , was es nicht will , die Ge - sammtmouarchie zu zerreiße» , — wie dann ?
Daun sehe ich keine andere Lösung , als daß es Oesterreichs Be - streben sein müßte , die Bildung des Bundesstaats zu verhindern zu suche« oder nur unter so laxen Formen zuzulassen , daß er keinen»

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