XIV . Das v . Äagcrnschc Programm
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Erschütterungen wird es dann Andere geben , die die Aufgabe zu lösen nochmals versuchen werden . Noch aber verzweifle ich für Sie nicht an der Lösung dieser Aufgabe , noch aber weis ; ich , daß wir nicht aller Sympathie so ledig sind , wie man sich bemüht , es bei jeder Gelegenheit darzustellen .
Aber , meine Herren , die großen Schwierigkeiten der Lösung , sie sind mir nicht entgangen , und ich bin darüber nicht verblendet : meine Hoffnung ist nicht eine unbedingte , eine blind und rücksichtslos vorwärts strebende . Wohl bedarf es des Zusammenwirkens , wohl bedarf es noch einmal der Wiederbelebung des Geistes in dieser Versammlung , der bei unserem Zusammentritt hier gewaltet hat , [ f . S . 3—5 ] und wenn wir dann endlich zu dem entscheidenden Augenblicke gekommen sind , ich bin überzeugt , auch auf dieser Seite ( zur Linken gewandt ) , wo nicht die Prineipieu , die wir vertreten , getheilt werden , bei der entscheidenden That , wenn es gilt , das Werk zu vollenden , Sie werden uns nicht verlassen .
Die größte Schwierigkeit ist allerdings die Stellung Oesterreichs in nnd zn Deutschland , — ich habe das sSt . B . VI 4504—450GJ entwickelt nnd werde es nicht wiederholen .
Kann Oesterreich in den Bundesstaat eintreten ? Das ist d i e Frage , die zunächst gelöst werden muß . Ich habe mich verpflichtet , dem Beweis der Möglichkeit mich nicht zu verschließen .
Wenn der offene und entschiedene Wille Oesterreichs dargethan wird , mit seinen deutschen Provinzen in den Versassnngsstaat einzutreten , den wir mit den Eigenschaften des Buudesstaats zu bilden im Begriff stehen , dann würde ich eben so offen die Hand dazu bieten , nnd ich würde es für die beste That meines Lebens betrachten , wenn ich auch nur ein Geringes dazu hätte beizutragen vermocht . Was mir aber die Schwierigkeit , die UnWahrscheinlichkeit recht verdeutlicht , welche dem Eintreten Oesterreichs iu den Bundesstaat sich entgegenstellen , es ist auch der Umstand , daß selbst unter den Mitgliedern dieser Versainm - lnng , die sich über diese Frage nicht etwa seit Tagen , sondern seit Monaten zu verständigen suchen , daß dennoch selbst in dieser Versainm - lnng nicht drei Oesterreicher sind , die übereinstimmend darüber denken , wie es ermöglicht werden soll .
Unter welchen Verhältnissen ist es denn möglich , wahrscheinlich , daß Oesterreich in den Bundesstaat eintrete ? Bloß für seine deutschen Provinzen im Verhältnis ; der Personalunion zu den übrigen ?
Die Meisten haben diese früher viel verbreitete Idee wohl auf - gegeben , Wenige nur beharren noch dabei , ich glaube nicht dam» . Es handelt sich hier nicht bloß , [ wie v . Wydeubrugk S . 358 meint ] ,
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