II . Der Navcauxsche Antrag .
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die Mehrheit bilden , hintreten und den Gedanken aussprechen : wir können euch zwinge» , wir sind allmächtig , und Oesterreich muß sich fügen ? ? Werden wir dann nicht gerade das Gegentheil erreichen , daß einer der bedeutendsten und ruhmwürdigsten deutschen Stämme entschieden deutscher Abstämmling , die Oesterreicher , nothgedrnngen der slavischen Nationalität sich unterordnen muß , weil in Wien wie in Frankfurt am Ende bei der Abstimmung doch die numerische Majorität entscheiden wird ?
Meine Herren ! Wie können wir im Interesse der Versammlung selbst überhaupt ein solches Princip an die Spitze der Berathungen stellen ? Es scheint mir , um mich eines Gleichnisses zu bedienen , wie ein Hieb in die Luft , denn bisher haben sich ja noch gar keine Feinde dieses Grundsatzes gezeigt .
Sie werden mir die Einzeläußerung eines hannoverschen Ministers , [ StüDes ] , * entgegenhalten , aber ich frage Sie : Was ist ein einzelner Minister gegen sein Volk ? Die Ereignisse werden in letzter In - stanz entscheiden . Ich frage Sie weiter — und darin bin ich mit Herr» R a v e a u x [ St . B . I ! 27 und 128 ] einverstanden , im Gegensätze zu dem Mitglieds für Hamburg sHeckscher St . B . I 131 ) — : Was für eine Veranlassung haben wir , das auszusprechen ?
Der Letztere hat scharfsinnig zu unterscheiden gesucht zwischen Recht und Macht . Wenn wir aber das Recht haben , so wird es durch das Aussprechen nicht valider , nicht kräftiger ; wenn wir es nicht haben , so wird es dadurch nicht unser Recht werden . Deshalb stimme ich mit Herrn Ravea ux darin überein , daß es überflüssig und nnnöthig sei , es zu sagen . Und in der That . meine Herren , die Versammlung hat Wichtigeres zu thuu , als Ueberflüssiges auszusprechen !
Ich will mich einmal auf die Basis der Volkssouveräuetät stellen wie jene Herreu , ohne über das Princip zu rechten und zu entscheide» . Weil» das Volk souverän ist , so sind wir dann höchstens Geschworne , die die Entscheidung finden im Namen des Volks . . Das Volk wird dann den Eassationshof bilden . Bleiben wir hierbei stehen , greifen wir nnsern Committenten ilicht vor , und machen wir ein Werk , das gut ist , dann wird das Werk allmächtig sein , weil es gut ist ; wem» es nicht gnt ist , lvird die öffentliche Meinung es cassiren .
Erlauben Sie mir nur ein praktisches Beispiel . Wir haben svon Heckscher St . B . 1130 ] gehört , daß anf manchen Puncten von Deutsch - laud dem republicauischeu Princip der Vorrang eingeräumt wird vor dem monarchischen . Es ist ein möglicher Fall , daß die Mehrheit dieser Versammlung sich für die Republik entschiede . Glauben Sie , daß Oesterreich ,

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