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XIV . Das v . Gagcrnsche Programm .
welcher sagte , es sei die Bvlksfo»verünetät zu gleicher Zeit wesentlich eine Machtfrage , weil man das i» verschiedenem Sinne auffassen , sich Per - schiedenes darunter denken kann : ich schließe mich vielmehr an die Worte an , welche er aussprach , als er zum erste» Male in der Natioualver - sammluiig als Präsident redete . Er sprach IS . etwa in diesem Sinuc : „ Die Einheit will die Nation , nnd sie soll ihr werden , und wir wolle» sie ihr gebe» iu Vollmacht der Nation . "
Nuu , meine Herren , ich behaupte , Deutschland hat nns keine Voll - macht gegeben , das ; wir es zerreißen , sondern nur die Vollmacht hat es uns gegeben , eine Verfassung für ganz Deutschland zu schaffen . Wollen Sie das nicht thuu , so legen Sie Ihr Mandat nieder ; wenn Sie aber Deutschland zerreißen , so überschreiten Sie Ihr Mandat .
Der Weg , den Sie zn verfolgen haben , scheint mir einfach der zu sein : wir haben eine Verfassung für ganz Deutschland ab - zuschließen , nnd gewiß mit Berücksichtigung der gegebenen Ver - Hältnisse . Ich glaube , daß , wenn sie abgeschlossen ist , dann Oesterreich eintreten wird ; ich glaube es deshalb , weil das Interesse Oesterreichs dahin drängt . Wenn Sie die Frage so stellen : Will Oesterreich ans jeder staatlichen Beziehung zu Deutschland austreten , oder sollen die beiden große» Körper . Deutschlaud . und Oesterreich , sich organisch ver - einigen , und soll das organische Verbindungsglied Denisch - Oesterreich sein , was in der Mitte liegt ? so glaube ich , wird Oesterreich sagen : „ Ja ! " , nnd dies deshalb , weil es auch sein Interesse ist .
Aber wenn es das nicht thäte , was bleibt uns dann übrig ?
Wir können sagen , wir wollen . Krieg beginne» . Ob Sie es wollen , will ich dahin gestellt sei» lasse» , aber jedenfalls sage ich , wir halten fest an der Verfassung De»tschla»ds , die bindend ist für alle Theile Deutschlands . Sie können sich , momentan gcnöthigt , sactisch beuge» vor einer Gewalt , mit der Sie nicht kämpfen können oder wolle» ; Sie können da»» sage» , die Verfassung faun im Augenblick nicht gegen den Willen Oesterreichs in Dentsch - Oesterreich eingeführt werden , aber Sie selbst können den Schnitt nicht mache» . Sie habe» vielmehr da»» bis zur Zeit , wo die Verfassung ihrem ganze» Umfange nach in Kraft ge - treten ist . bis das Factifche dem Rechtlichen entspricht , eine Zusatz - bestim»illllg zu geben , welche vielleicht dieselbe wäre , an welche Sie jetzt ohne Roth denken , voreilig , da es wahrscheinlich ist , daß der be - treffende Fall gar nicht eintritt .
Es ist das nicht ein bloß principieller Unterschied , sondern es knüpfen sich die wichtigsten praktischen Folge» daran .
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