XIV . Das v . Gagernsche Prograinin .
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fassung gegebenen Beziehungen bleiben , wo möglich wollen wir dies aber noch erweitern . '
Worin soll dieser [ aber bestehen ? Es ist Ihnen noch nie der Gedanke jenes oft erwähnten Univnsverhältnisses klar gemacht worden , und er wird Ihnen nicht klar gemacht werden . Wollen Sie wissen , warum ? Weil sich nichts Klares dabei denken läßt !
Worin soll dann die Bereinigung bestehen können ? Der Hanpt - bestandtheil der Bnndesbeziehnngen war ja doch der in dynastischer Vertretung beruhende , sich mehr hemmend als actio äußernde politische Gehalt und Verband . Dieser soll doch hoffentlich nicht fortbestehen ! Nun , was denn sonst ? Soll Oesterreich etwa seine Matricnlarbeiträge fortgeben , nachdem ein ganz anderes Verhältnis ? eingetreten ist ? Oder soll es vielleicht einige Regimenter in die Bnndesfestnngen schicken , nach - dem mit Eintritt der Verfassung die alte militärische Bnndesverfassnng gefallen ?
Es bleibt also gar nichts mehr übrig als die laxe Idee eines völkerrecht liche» Bündnisses .
Nim ist freilich richtig , daß ein Schutz - und Trntzbiindniß mit Oesterreich geschlossen werden kann so gut als mit Dänemark , Holland oder mit andern Staaten .
( Mehrere Stimmen : Oder mit Rußland ! )
Ich sage nicht mit Rußland , denn ich will nicht die Extreme be - rühren und nannte daher die Vorländer Deutschlands .
Ich sage also , daß ein solches Schuh - und Trntzbündniß abge - schlössen werden kann : das bezweifle ich nicht ; aber ob wir es schließen werden , ist eine andere Frage .
Ich frage nnn weiter , wie es möglich ist , die , wenn auch nur eventuell zu gebende E r m ächti g n n g , Oesterreich als außer dem Bundes - staute stehend zn betrachten , mit den Prineipien , welche in diesem Hause vertreten werden , zn vereinigen . Ich will mich zunächst an diejenigen Herren wenden , welche sich ans den Standpnnct der Vereinbarung stellen .
Sie werden mir zugeben , daß Sie eine solche Ermächtigung nicht geben können , so lange nicht Oesterreich seinerseits die Zustimmung geben hat . Das scheint mir , wenn man nicht mit Prineipien Spiel treiben will , über alle Zweifel erhaben .
Bei dieser Gelegenheit berühre ich übrigens das vermeintliche Recht Oesterreichs , die Giltigkeit der nenen Verfassung für sich und für ganz Deutschland von seiner Zustimmung abhängig zu machen , und nehme

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