XIV . Das v . Gagcrnsche Proqramm^ 349
wovon wir 11 od ) gar nicht wissen , ob sie eintritt , und wann . Ich sehe nicht ein , warum das Ministerium nicht auf dein Wege vvrschreitet , über den wir vollkommen einverstanden sind , und bei etwa veränderter Sach - läge die Frage wieder vor das Haus bringt .
Daß dies nicht geschieht , beklage ich ans doppeltem Grunde : erstens , weil ich es sehr bedauere , wenn eine Aeuderuug in dem Ministerium vorgeht , sodann aber , weil ich es noch mehr beklage , daß man in einer Frage , die so lies einschneidet in das Lebensmark von Deutschland , auf eine solche Weise einen Einslnß übt . Ich kann sagen , mit einem zerrissenen Herze» trete ich hier gegen das Ministerium ans , weil ich , seitdem ich hierher gekommen , de» lebhaften Gedanken gehabt habe , ich könnte niit dem Ma»ne , der jetzt a» der Spitze des Mhiisteriunis steht , zeitlebens gehen , von de» , ich mich jetzt aber trennen muß , weil mir das Wohl von Deutschland hoher steht als ei» ei»zel»er Man» , und wäre es mich sein bester Mann .
Neben dieser verlangte» Eruiächtignug zieht sich »»» durch beide Mi»isterialerklär»»ge» noch ei» leite»der Gedanke , ans den ich jetzt etwas näher eingehen »ins ; : . es ist der Gedanke , als sei hinsichtlich Oesterreichs der Sta»dp»»et »»d das rechtliche Verhältniß , wie es durch die alte Bnndesgcsetzgebnng norniirt ist , festzuhalten . Es handelt sich , so heißt es , nicht dann» , an den Pflichte» 1111b Rechten Oesterreichs zu rütteln , die auf dieser a»z»erkeuue»deu »»d beizubehaltende» Grundlage ruhen .
Mei»e Herren ! Das ist ei» Gedanke , sür de» ich , obgleich er auch schon früher viel in öffentliche Blätter übergegangen ist , in der That kein Verständnis ; habe . Entweder : es besteht , wie das österreichische Ministerin» ! annimmt , die alte Bundesgesetzgebung noch . Gut , dann wissen »vir , woran wir sind . Oder : sie besteht nicht mehr , wie das Reichslninisterinm — 1111b ich glaube mit vollem Rechte — annimmt . Daun wissen wir auch wieder , woran wir sind . Aber ein Mittelding gibt es nicht : es kann nicht sein , das ; der alte Zustand untergegangen wäre für einen Theil Deutschlands , für den andern nicht . Dafür habe ich platterdings kein Verständnis ; . Wie soll denn , wenn ein Ding nicht mehr besteht , noch eine Beziehung eines Theils zu eben dem Ding statt - finde» , was nicht mehr besteht ?
Man hat allerdings gesagt , — zwar hier nicht , aber in öffent - lichen Blättern habe ich es gelesen — es könne nach der deutschen Bnndesacte ein Theil der Staaten Deutschlands zu einer engeren Ver - einigung zusammentreten , und zwar könne dies geschehen nach Art . XI der Bnndesacte [ vom 8 . Juni 1815 ] .

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