344
XIV . Das v . Gcigcrnsche Programm .
zweifelhaft ; aber wenn es überhaupt invalid ) ist , gewiß nur dann , wenn Sie die Dinge nicht ans die Spitze treiben und gerade bei der Frage um die Spitze die größten Kräfte in Deutschland nicht feindlich ein - ander gegenüberstellen .
Wenn Sie dieses nicht beachten , so wird entweder das Ver - fassnngswerk in Ihren Händen sofort scheitern , oder Deutschland wird dem Bürgerkrieg entgegengesührt , durch den wir , falls wir nicht theil - weise dem Auslande als Beute zufallen , doch viel weiter von der Idee der Nationaleinigung entfernt werden , als wir znr Zeit des Bundes - tages davon entfernt waren .
Wie aber der Weg , der jetzt eingeleitet werden soll , dahin führen soll , daß wir in diesen Conslict nicht kommen ; wie er sich — so sagte man — an das Bestehende anschließen soll , vermag ich absolut nicht einzusehen .
Wenn wir in allen großen praktischen Fragen uns der Nation ent - fremdet haben , wie mögen wir bei der Frage um die oberste Ge - walt hartnäckig eine Idee durchführen wollen , ivelche " gerade die nn - geschwächte , volle Hingebung der Nation an die Nationalversammlung erfordert ? Denn es handelt sich darum , daß wir bei dieser Frage die Einheitsidee aus die Spitze treibe» solle« : dies muß dahin führen , daß die zwei größten Mächte in Deutschland und , was sich um jede der - selben gruppirt , gegenseitig in Conslict gerathen .
Um dies z» vermeiden , ist keine andere Möglichkeit , als in die gemeinsame Negierung des BnndeSstaates die mächtigsten Staaten ein - treten zn lassen in der Weise , daß wir das Präsidium zwischen Oester - reich und Preußen wechseln lassen , dem Präsidenten aber mit einem besondern Namen auch eine besondere bevorzugte Stellung geben , in welcher er Deutschland dem Auslände gegenüber allein vertritt und den lausenden Negiernngsgeschästen mit einem verantwortlichen Ministerium allein vorsteht .
Die Frage , von welcher wir jetzt sprechen , hat offenbar die größte Verwandtschaft mit der Oberhauptsfrage . Insbesondere haben wir nns über den höheren Gedanken Rechenschaft zn geben : ob es denn wirklich unmöglich ist , daß zwei so große Staaten wie Oesterreich und Preußen in einem Bundesstaate neben einander stehen , ob wir entweder den Bundesstaat oder den Eintritt einer dieser beiden Mächte in den - selben aufgeben müssen ?
Allerdings wäre es einfacher und natürlicher , wenn in Deutsch - land die Kleineu etwas grhßc'r und die Großen etwas kleiner wären , —

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.