XIV . Das v , Gagernsche Programm . 343
auch bei unserem Zusammentritt nach Kräften dahin gewirkt , daß man den Entwurf der Siebenzehner " der Berüthnng hätte zu Grunde legen , — ich sage nicht : ohne Weiteres annehmen — alles Andere bei Seite legen , die Fundamente der Verfassung und der Grundrechte legen und das meiste Detail , was wir ausgearbeitet habe» , späteren gesetzgebenden Versammlungen hätte überlassen müssen . Es geschah dies nicht : daraus kam alles Unheil .
ES trat bald das Mißverhältnis ; zwischen der Besonnenheit einer gesetzgebenden Versammlung und der bis zu einem gewissen Pnncte in jeder Revolution steigenden Leidenschaftlichkeit , zum Theil auch Unklarheit großer Volksmassen hervor , es folgten unbesonnene und verwerfliche Wühlereien und Aufstände . " Auf der anderen Seite zeigte sich nur zu häufig Schwäche : [ gab es doch ] einzelne Staatsmänner , welche zunächst nicht die gesetzlichen Mittel gegen solche Unternehmen anwendeten und dann wieder von den Tagesereignissen in ihrer politischen Anschannngs - weise sich beirren ließen und Politik von heute aus morgen machten . "
So kamen wir dahin , wo wir schon lange sind : wir hatten so recht eigentlich keine Freunde und keine Feinde , wenigstens keine Freunde , die thatkrästig für nns zu handeln bereit wären . Es kamen uns wohl später mächtige Krisen [ namentlich in Oesterreich und Preußens zu Hilfe . Ich glaube , wir hätte« sie geschickt benutzen sollen , da sie hätten uns nützen können , — wir hätten wieder erwerben können , was wir ver - loren hatten ; aber es geschah nicht , und nun stehen wir da , wo ich immer gefürchtet habe , daß wir zu stehe« kommen würden . Ueberall sehen wir Schwierigkeiten , nirgends die Mittel zum Siege : die großen natürlichen Werkzeuge unseres Handelns haben wir weg - geworfen !
( Murren auf der Rechten . )
Darüber müssen wir uns ( zur Rechten gewandt ) keine Illusionen machen , nnd es nützt gar nichts , die Sache hier schöner und besser an - zusehen , als sie wirklich liegt .
Ob , wenn wir auf Widerstand bei Einführung der Verfassung stoßen und wir dann , um das Wort des Herrn Ministerpräsidenten . Gageru S . 3311 zur Wahrheit zu machen : daß die zu „ Schanden werden " sollen , die die Rückkehr zum Alten wollen , uns zur Volkskraft wenden , — und ich trenne hier von der Volkskrast diejenigen Regierungen nicht , welche für Durchführung der Verfassung zum Handeln entschlossen sind — ob wir dann , wenn wir diesen Schritt thnn , überhaupt noch zu einem günstigen Erfolge kommen werden , dies scheint mir sehr

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