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XIV . DaS v . Gagcrnschc Programm .
sondert waren . Ich bleibe nur bei jenem Kriege stehen , der dreißig Jahre lang das schöne Vaterland zerrüttete , in dein von der einen Seite Spanier , von der anderen Dänen , Schweden und Franzosen in das Land gerufen wurden . sAehnlich war esj in der Mitte des vorigen Jahrhunderts , wo die beiden mächtigsten deutschen Stämme im Kriege zwischen Franzose« , Schweden und Russen leider von der einen und von der anderen Seite als Bundesgenossen zu Hilfe gerufen wurden .
Es trifft daher nicht Oesterreich allein der Vorwnrf , das ; es eine dynastische Politik verfolgt : an diesem Verbrechen — und so muß ich es be - zeichnen — haben mehr oder minder alle deutsche Staaten sich betheiligt .
Diese Sünde , fremden Einfluß nach Deutschland zu verpflanzen , war auch dem gegenwärtigen Jahrhunderle nicht fremd , nnd fern sei es von mir , neuerdings das Bild der tiefen Schmach nnd Erniedrigung , das gerade in den ersten Jahren des gegenwärtigen Jahrhunderts über unser liebes Vaterland sich erstreckt hat , Ihnen vorzuführen . Gewiß , meine Herreu , ist es , Oesterreich hat in dem gegenwärtigen Jahrhundert , und besonders zu Anfang desselben , als es galt , einen auswärtigen Feind zu bekämpfen , [ als ] das letzte deutsche Land es noch gewagt : es ist den Franzosen kämpfend entgegengetreten , als alle übrigen deutschen Fürsten längst mit Frankreich verbunden waren , — das war kein Verrath an der deutschen Sache !
Und wenn ich ans das Jahr 1813 , auf das der Befreiung , zurück - gehe , so mögen Sie doch wissen , welcher Preis Oesterreich für die srau - zösische Alliauce geworden wäre : es war Schlesien , — und diesen trag hat es zurückgewiesen . Oesterreich verschmähte es , sich um eine Provinz zu bereichern , die , wenn auch einer früheren Kaiserin [ b . i . Maria Theresias entrissen , nun durch Verträge einer anderen deutschen Macht gegeben war . Oesterreich hat durch die Verträge von 1814 [ und 181510 allen audereu Besitzungen entsagt , die es im Süden Deutsch - lands besaß , und die anderen deutschen Fürsten zngetheilt waren . Es war in der That keine selbstständige , hinterlistige Politik , es war das strenge Recht , wenn es dafür eine Entschädigung bekommen . Und wenn ihm diese in Italien geworden , so hat Deutschland um so weniger ein Recht , zu verlangen , daß diese Entschädigung nun aufgegeben werde .
Mit dem Jahre 1815 , mit der Schöpfung des deutschen Staate» - buudes beginnt allerdings eine neue traurige Geschichte unseres Vater - landes , und fern sei es von mir , den Antheil an dieser Schmach auch seitens der österreichischen Regierung je iu Abrede zu stellen . Niemand weiß und kennt besser , daß vor Allem der gewandte österreichische Staats -

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