XIV . Das v Gagcrnschc Programm .
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wenn er in der Geschichte des österreichischen Staates liest , deshalb rühmt man sich seiner Abstammung .
Man ^Ziegert St . B . VI hat , meine Herren , auch tadelnd mir zum Vorwurfe gemacht , daß ich in der Rede , die ich in Wien gehalten , daraus hingewiesen , daß die Integrität Oesterreichs , die Gesammt - Monarchie ausrechtgelialteu werden müsse .
Ich habe nur damit wiederholt , was bedeutende Männer >z . B . v . Gageru St . B . IV 2896 — hier mit Zustimmung dieses Hauses Ihnen erklärt und längst von Staatsmännern als ein Act der Nothwendigkeit anerkannt wurde ; 8 aber ich habe beigefügt , daß ich es für die Aufgabe meiner nächsten Lebenszeit halte , dahin zu wirken , daß zwischen Oesterreich und Deutschland das innigste und festeste Band knüpft werde zum Gedeihen dieser beide» Staaten .
Meine Herren ! Wenn ich mir erlaubt habe , in dieser so wichtigen Angelegenheit die Ansmerksamkeit dieses Hauses mit meiner Person zu beschäftigen , so geschah es , weil mau in der neueste« Zeit mich und Oesterreich beinahe identificirt hatte .
Ich gehe daher , meine Herren , zur Sache selbst über .
Die Frage , die uuS gegenwärtig beschäftigt , die läßt sich wohl im Wesentlichen darauf zurückführen , ob es denn möglich sei , eine staat - liche Verbindung zwischen deu deutsch - österreichischen Ge - bietsth eilen und Deutschland durchzuführen .
Womit hat man zunächst diese Frage zu verneinen vermeint ?
Vor Allem mit dem , daß man . Gagern St . B . VI 4563 und Jordan St . B . VI 4576—4578 ) zurückgeblickt hat auf das , was in frühern Zeiten die Regierung in Oesterreich gegen Deutsch - laud war : man hat in der That in der jüngsten Zeit es sich zur Auf - gäbe gemacht , zur traurigen Aufgabe für das Ausland , alle Sünden in reichem Maße aufzuzählen , die Oesterreich an der deutschen Sache verübt haben soll .
Wir haben , meine Herren , als wir hier in diesem Tempel uns ver - sammelten , nm zu bauen an der Einheit Deutschlands , geglaubt , daß die frühereu Fehler , die verübt worden sind , von der einen und von der anderen Seite vergessen seien ; es hat mich aber tief betrübt , daß man diese Sünden nicht der Vergessenheit übergibt , sondern daß man es sich zur Aufgabe gemacht hat , aufzurütteln die alten Zerwürfnisse und die Stämme gegen einander in feindliche Richtung zu bringen .
Meine Herren ! Auf Jahrhunderte zurück bietet uns in der That die deutsche Geschichte Beweise , wie sehr alle deutsche Volksstämme ge -

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