XIV . Das v . Gagcrnsche Programm . 329
Es ergibt sich daraus , daß , wenn wir die Präinisse nicht zugeben , wir uns auch mit den weiten ? Fvlgernngen nnmoglich für eiu - verstanden erklären können .
Oesterreich ist heute uoch eine deutsche Bnndesmacht . Diese Stellung , hervorgegangen aus der naturgemäßen Entwickelnng tausendjähriger Ler - hältuisse , gedenkt es nicht aufzugeben .
Kanu es gelingen , wie wir aufrichtig wünschen und gerne erwarten , daß eine innigere Verschmelzung der Interessen der verschiedenen Bestand - theile Deutschlands zu Staude gebracht werde , wird das Versassuugs - werk , au welchem Oesterreich sich betheiligt , ans eine gedeihliche Weise seinem Ziele zugeführt , so wird Oesterreich in diesem nenen Staatskörper seine Stelle zu behaupten wissen . Jedenfalls würde der künftigen Ge - staltuug des bisherigen deutschen Staatenbundes auf eine wesentliche Weise vorgegriffen , wollte man schon jetzt das Ausscheiden Oesterreichs aus dem , wie es in dem genannten Programme heißt , „ zu errichtende» Bundesstaate " als eine ansgemachte Sache annehmen .
Eine Folgerung dieser von uus als unstatthaft zurückgewiesenen Voraussetzung erscheint die von dem Herrn Minister bei der deutschen Nationalversammlnng nachgcsnchte Ermächtigung , die gesa ndtschast - liche Verbindung mit dem österreichischen Kaiserreiche anknüpfen zu dürfen .
Wir habe» eben so wie alle anderen deutschen Buudesstaateu einen Bevollmächtigten am Sitze der Centralgewalt . Seine Vermittlung wird , wie bisher , hinreichen , den Geschäftsverkehr mit dem Ministerium zu unterhalten .
Ener Hochwohlgeboren werden demnach beauftragt , bei Herrn v . Gagern dahin zn wirken , daß er von dieser Anknüpfung einer diplomatischen Verbindung ans den oben angedeuteten Gründen abstehe .
Das , was wir suchen , ist eine g e d e ih l i ch e L ö sn n g der g r o ß en Frage . Diese wird nur — davon möge der Herr Minister überzeugt seiu — auf dem Wege der Verständigung mit den deutschen Regierungen , unter welchen die kaiserliche den ersten Platz einnimmt , zu erreichen sein .
Gerne sind wir bereit , ihm bei dem schwierigen Werke die Hand zn reichen . Wir erwarten auch seinerseits — und seine ausgezeichneten staatsmännischen Eigenschaften rechtfertigen diese Hoffnung — eine richtige Würdigung der Verhältnisse und jenes bereitwillige Entgegenkommen , das allein zu einer befriedigenden Lösnng führen kann .

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