XIV . Das v . Gagcrnsche Programm .
325
Friedens die sicherste Bürgschaft finden für die Wahrung seiner Nationalität . Die verantwortlichen Räthe der Krone werden feststehen ans dein Boden der Verträge . Sie geben sich der Hoffnung hin , daß in nicht ferner Zukunft auch das italienische Volk die Wohlthaten einer Verfassung genießen werde , welche die verschiedenen Stämme in voller Gleichberechtigung umschließen soll .
Die Verletzung dieses ersten Rechts der Nation entzündete den Bürgerkrieg in Ungarn . Gegen eine Partei , deren letztes Ziel der Umsturz und die Lossagung von Oesterreich ist , erhoben sich dort die in ihren unveräußerlichen Rechten gekränkten Völker . Nicht der Freiheit gilt der Krieg , sondern denjenigen , die sie der Freiheit berauben wollen . Aufrechthaltuug der Gesammtinonarchie , ein engerer Verband mit uns , Anerkennung und Gewährleistung ihrer Nationalität sind der Gegen - stand ihrer Bestrebungen . Das Ministerium wird sie unterstützen mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln . Mit Gewalt der Massen wird , da leider alle Wege der Versöhnung fruchtlos eingeschlagen worden , die Schreckensherrschaft einer verbrecherischen Partei bekämpft und der innere Frieden wiederhergestellt werden .
Meine Herren ! Das große Werk , welches uns im Ein - Verständnisse mit den Völkern obliegt , ist dieBegründnng eines neuen Bandes , das alle Lande und Stämme der Monarchie zu einem großen Staatskörper vereinigen soll .
Dieser Standpnnct zeigt zugleich den Weg , den das Ministerium in der deutschen Frage verfolgen wird . Nicht in dem Zerreißen der Monarchie liegt die Größe , nicht in ihrer Schwächung die Kräftigung Deutschlands . Oesterreichs Fortbestand in staatlicher Einheit ist ein deutsches wie europäisches Bedürsniß . Von dieser Ueberzengnng durch - drungeu , sehen wir der natürlichen Entwickelnng des noch nicht voll - endeten Umgestaltnngsprocesses entgegen . Erst wenn das verjüngte Oesterreich und das verjüngte Deutschland zu neuen uud feste« Forme» gelangt sind , wird es möglich sein , ihre gegenseitigen Beziehungen staatlich zu bestimmen . Bis da - hin wird Oesterreich fortfahren , seine Bnndespslichten treu - lich zu erfülle» .
In allen äußeren Beziehungen des Reichs werden wir die Interessen und die Würde Oesterreichs zu wahren wissen und keinerlei beirrenden Einfluß vou Außen auf die unabhängige Gestaltung unserer inneren Verhältnisse zulasse» .


Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.