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II . Der Raveauxsche Antrag .
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dessen Ansichten hier wohl mit Recht einiges Gewicht gelegt werden möchte , entschieden dem verehrten Mitglieds ans Koblenz , welches einen der vier Anträge gestellt hat , dahin opponirt , das ; es aller - dingS noch andere Factvren gelie , welche über die Verfassung in letzter Instanz zu entscheiden hätten .
Es handelt sich überhaupt hier nicht , wie ich vorausschicken muß , um das WünschenSwerthe , sondern um das , was leider ist , und wir können deshalb , weil wir Etwas , was wünschenswerth ist , anstreben oder zweckmäßig finden , nns doch nicht über das , was einmal ist , was einmal existirt , hinwegsehen ! Meiner Ueberzengnng nach hat das Volk , welches nns hierher geschickt hat , uns keineswegs das Mandat gegeben , daß wir allein über Deutschland und dessen Verfassung zu entscheiden haben sollten . Wir sind nur als eine constitnirende Ver - sammlung berufen worden , um eine Verfassung zu machen , aber nirgendwo , so wenig in einer Aufforderung zur Wahl als in einer sonstigen Er - klärnng , ist gesagt , daß wir das einzige Organ sind . Aus unserm Mandat , das unsere Legitimation zu dieser Versammlung bildet , können wir daher ein solches Recht nicht herleiten .
Es wird uns aber ferner >von verschiedenen Rednerns gesagt : wir sind allein constituirend ans Grnnd der Bolkssonveränetät , deshalb , weil das souveräne Volk nns hierher geschickt hat .
Die Frage von der Bolkssonveränetät ist eine sehr epinense Frage , und ich will mich in dieselbe hier nicht weiter vertiefen , und zwar aus zwei Gründen : einmal , weil ich nicht glaube , daß diese hohe Versammlung berufen ist , sich in theoretische Spitzfindigkeiten einzulassen , über die sie auch , wenn sie darauf eingehen würde , gar nicht entscheiden könnte , — die Gelehrten würden doch , der Eine dies , der Andere etwas Anderes , dagegen erinnern — nnd dann , weil es mir unsere wichtigste Ausgabe zu seiu scheint , daß wir endlich einmal , wie schon viele Redner in den vorigen Tagen nns empfohlen haben , an das Praktische gelangen .
Auf der anderen Seite aber handelt es sich auch gar nicht um die Volkssouv eräuetät . Diese würde nur dann in Frage kommen , wenn es sich darum handeln würde , ob in den einzelnen Staaten auch die einzelnen Regierungen consentiren müssen , oder ob das souveräne Volk allein die Entscheidung zu fällen hat . Hier handelt es sich aber um das Verhältniß Deutschlands zu den einzelne« deutschen Staaten .
Ich behaupte nun : das preußische , das österreichische , das bayerische Volk ist eben so souverän wie die übrigen fünf nnd dreißig Völker , die jetzt noch in Deutschland existiren . Ich bedaure lebhaft , daß jetzt noch


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