312
XII . Die Verfassung . Fortsetzung .
die Drangsal des letzten deutschen Menschenalters vorschwebt : daran hat aber das entscheidende Veto gar keine Schuld . Die Drangsal des letzten Menschenalters wurzelt in der absolutistischen Regierung der beiden Hauptstaateu Deutschlands , Oesterreichs und Preußens , in nichts Anderem . Hören wir aber doch auf , wie ungeschickte Fechter thuu , immer au derselben Stelle zu pariren , wo wir den letzten Stoß er - halten haben !
Schließlich noch Eines .
Sie werdeu getäuscht , meine Herren , wenn man >z . B . Vogt St . B . VI 4079—4082 bezw . vgl . Rödinger St . B . VI 4078 ] Ihnen sagt , dies sei eine Freiheitsfrage , oder dies sei wohl gar eine von Gottes Gnaden - Frage . Keines von beiden ist der Fall : sie ist wesentlich eine Machtfrage . Wenn Sie für Deutschlands junge Macht Geltung im Staatenkreise wollen , so treten Sie in die Spureu der klugen Belgier , welche gar wohl wußten , was sie ( int Jahre 18311 thaten , wenn sie ihren König nicht tiefer stellten im Staatenkreise als andere der geachtetsten Regiernngen unseres Welttheiles /
Meine Herren ! Verlassen Sie Ihren Ausschuß in dieser feinen , aber tief greifenden Frage nicht , greifen Sie in Ihre eigene Brust , frage» Sie sich : Sind Sie lediglich hierher gekommen , um die Freiheit von Deutschland zu gründen ? Sie sind es nicht ! Wohl steht Ihre Ab - ficht unerschütterlich fest , die Freiheit von Deutschland zu gründen , aber nicht die Freiheit allein ; Sie sind mit eben dem iiinern Drange hieher gekommen , um die Macht des künftigen Deutschlands zu gründen , da - mit Deutschland , das bisher gering geachtete , kanm aufgeführt in der Reihe der Staaten , jetzt auf der Grundlage der Volksfreiheit als politische Größe erstehe . Wenn Sie aber das mit wirklicher Einsicht , mit be - sonnenem Unheil wollen , so setzen Sie eine starke , setzen Sie eine im Auslande geachtete Regierung ein , vertrauen Sie den Bahnen , die durch politische Erfahrung eröffnet sind .

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.