XI . Die preußische Politik .
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machte Erfahrung nicht annehmen zu dürfen glaubte , daß irgendein Theil der Bevölkerung Deutschlands sich gegen die Würde der Vertreter des Volkes so schmählich vergehen werde ; aber von dem ersten Augen - blick , wo sich diese Möglichkeit gezeigt hat , wo wirklich Mitglieder dieses Hauses wegen ihres Votums beleidigt worden waren , [ f . S . 190 und 191 ] da hat es keine» in diesem Hause gegeben , der den Maßregeln , [ insbesondere dem Schutzgesetze S . 196—198 ] widersprochen , der nicht erforderlichen Falls die Initiative dazu ergriffen hätte , welche zur Ausrechthaltung der Ehre und Würde der Vertretung Deutschlands — ich sage nicht zum Schutze der Personen ihrer Mitglieder — nothwendig waren .
Man [ Ü . Simon S . 288 ] hat gesagt , die berliner Versammlung habe nicht die Initiative ergreifen wollen zu Regieruugsmaßregeln .
Ich frage Sie , ob dieselbe Versammlung auch sonst so scheu ge - wesen ist , iii Maßregeln einzugreifen , die die Regierung angingen . Wenn jene Versammlung [ am 9 . August und 7 . September ] einen Beschluß fassen konnte , welcher in das tiefste Wesen der Armeeleitung eingreift , krast dessen den Ossicieren die Bedingungen gestellt werden sollten , unter denen sie bei der Armee bleiben dürsten , und bei deren Nichterfüllung sie ausscheiden müßten , wie kam es , daß dieselbe Versammlung sich scheute , iii einer sie so nahe angehenden Angelegenheit die Initiative einer Vollziehnngsmaßregel zu ergreifen und die zum Schutze ihrer Sicherheit und ihrer Ehre erforderlichen Maßregeln zn beantragen ?
Ich kann mich freilich der Meinung derer sz . B . v . Vinckes S . 269—271 ] , welche die thalsächliche Unfreiheit der Versammlung iu dem Sinne behaupten , das ; die Abstimmungen einzelner ihrer Mitglieder aus Furcht und Schwäche hervorgegangen seien , nicht anschließen ; ich halte uns nicht für berechtigt , ein solches immerhin unerweisliches Motiv bei bestimmten Mitgliedern vorauszusetzen . Wohl aber dürfen wir das Urtheil fälleu , daß die vorhaudeue Schutzlofigkeit ihrer Mitglieder mit der Würde und Ehre einer volksvertretenden Versammlung nicht verein - bar war : wir könne» die berliner Versammlung nicht davon frei sprechen , daß sie die zur Freiheit und Würde ihrer Berathungen notwendigen Maßregeln weder selbst beantragt noch die von der Regierung an - geordneten zugelassen hat .
Darum kann ich es nicht für gerechtfertigt halten , daß wir uns unbedingt auf die Seite jener Versammlung schlagen»
Ich stimme mit dem vorigen Redner sL . Simon S . 277 ] darin überein , daß wir ein bestimmtes Wort sprechen sollen ; ich glaube aber ,

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