XI . Die preußische Politik .
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sehr verehrten Mitgliedes unserer Versammlung , des Herrn Dahlmann , der wiederholt schon vor langer Zeit gesagt hat , daß permanente Ver - sammlnngen der Kronen Sturz sind . ' Ich brauche mich nicht auf die französische Revolution zn beziehen , die in Wahrheit damit begann , daß ans Mirabeans Vorschlag der dritte Stand 23 . Jnni 1789 ) schloß . nicht auseinanderzugehen , sondern gegen den Willen des Königs zusammenzubleiben : ich kann mich nur nochmals daraus berufen , daß , wenn die Versammlung allein darüber zu entscheide« hat , dann eine Appellation , — und ich sage dies hauptsächlich zu denen , welche auf das Entschiedenste die Volkssonveränetät wollen — eine Appellation an das Volk ganz unmöglich ist und es außer Stande wäre , seinen Willen geltend zu macheu , sobald seine anmaßlichen Vertreter mit der Meinung des Volkes im Widerspruch sich befinden . Wollte man die Krone in die Roth - wendigkeit versetzen , ihr einen Zwang auflegen , mit der National - Versammlung in Berlin sich zu vereinbare» , während diese Verstimm - luitg sich factifch unter dem Einflüsse des Pöbels von Berlin befindet , mit wem würde sie dann vereinbaren , wenn nicht mit dem Pöbel in Berlin ? Wer in dieser hohen Versammlung wird Gründe verlangen , daß die Alrune mit dem dilatorischen Willen eines erbärmlichen Bruch - theiles des preußische» Volkes sich vereinbare , statt mit den nnab - hängigen und frei gewählten Vertretern dieses preußischen Volkes ?
Man sH . Simon St . B . V 3271 ] hat gesagt , es gäbe kein Beispiel in der Geschichte , das ; eine vereinbarende Versammlung vertagt worden wäre .
Ich will mich nur auf eilte» einzigen deutschen Staat , dessen Ver - treter gewöhnlich entschieden auf jener ( links deutend ) Seite des Hauses sitze» , 8 auf Würtemberg beziehe» . Im Jahre 1816 wurde» die würtem - bergischen Stä»de zur Vereinbarung der Verfassung berufen , vom 6 . December bis zum 15 . Januar 1182 7 ] vertagt und nachher noch länger , " nnd Niemanden ist es eingefallen , dieses Recht des Königs irgendwie in Zweifel zn ziehen .
Man hat ferner das Recht der Krone bezweifelt , die Minister nach freiem Belieben zu ernennen : das verehrliche Mitglied von ( Salbe [ Söwe St . B - V ist sogar so weit gegangen , zn sagen , die Minister seien strafwürdig , welche gegen den Willen des Volkes sich der Regierung bemächtigt haben .
Ich brauche nicht zn wiederholen , was ich schon neulich sSt . B . V 3281 ] darüber gesagt habe , daß der Kroue das unbedingte Recht zusteht , die Minister zu ernennen . Ich gehe zwar weiter als der verehrte

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