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X . Die Verfassung .
Friedrichs des Großen und der Befreiungskriege nur ZW000 Soldaten in die neue Geiueinschaft einträten . "
Wollten Sie mir daher vorwerfen , daß ich diese Betrachtungen bloß von einen , preußischen Staudpuncte aus anstelle , so glaube ich , Sie thäteu unrecht ; aber ich würde auch diesen Vorwurf nicht scheue» , denn ich bin davon durchdrungen , daß derjenige die Interessen des engeren wie des weiteren Vaterlandes fördert , der in Berlin sehr deutsch und in Frankfurt sehr preußisch spricht .
Vergleiche ich nun hiermit den Entwurf , wie er uns vorliegt , so erkenne ich vollkommen an , daß er diesen Grundsatz im Auge gehabt hat und nicht gesonnen gewesen ist , einer künftigen Wehrordnnng in jenem Sinne vorzugreifen . Aber ich finde in den einzelnen Paragraphen manche Mehrdeutigkeiten , die mich veranlassen müssen , mich für die Verbessernugsanträge des W eh r a u ss ch uss e s s Verhandlungen VI III und 112 ] zu erklären . Ja , ich habe auch zu diesen noch einige Zusätze zu machen und bitte um die Erlaubniß , sie jetzt einzubringen .
Die in § 13 ^Verhandlungen VI Iiis vorgeschlagenen Bestimmungen , wonach die Truppen der Staaten , welche ans weniger als 5000 Mann bestehen , der Eentralgewalt unmittelbar überwiesen werden , kann ich nicht in der Rothwendigkeit gerechtfertigt finden . Das militärische Interesse er - heischt allerdings , daß zu kleine Truppenkörper sich zusammenfügen ; es kann dieses aber geschehen , ohne in die rechtliche Existenz der einzelnen Regierungen einzugreifen . Nichts steht entgegen , daß sich diese kleineren Staaten unter sich in Kreise verbinden , die der Reichsgewalt gegenüber als eine vollkommene militärische Einheit da stehen ; Nichts hindert z . B . , daß die thüringischen Truppen sich mit anderen benachbarten kleinen Contingenten vereinigen zn durchlaufender Nummer , gleicher Bewaffnung , Commando imb allem Anderen , was man in dieser Beziehung fordern kann . Die Aufgabe muß aber vertragsmäßig so gelöst werden , daß den einzelnen Regierungen dabei ihr gutes Recht gewahrt bleibe .
Eben so kann ich nicht zugeben , daß die in § 18 ^Verhandlungen VI 112 ] gegebene Bestimmung gerechtfertigt erscheine , nach welcher die Enennnng der Generäle ausschließlich der Centralgewalt anheimfallen soll .
Meine Herren ! Wer die Befähigung eines Officiers zu einem höheren Grade benrtheilen will , der muß ihn im Laufe seines ganzen Dienstlebens beobachtet haben . Eine solche Bestimmung würde entweder zn einer leeren Förmlichkeit herabsinken oder die Reichsgewalt leicht zn Mißgriffen veranlassen . Es ist allerdings angemessen und möglich , daß

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