258 X . Die Verfassung .
Ich werde um so weniger versuche« , für diese umfassende Frage eine allgemeine Antwort zu finden , als diese mit manchen bereits ge - faßten Beschlüssen in Widerspruch treten würde ; 88 aber ich darf mich jetzt noch voraussehen , daß die uns gestellte Aufgabe die sei , dieses Verhältnis so zu regeln , daß die factische und rechtliche Existenz der einzelnen Staaten nicht weiter beschränkt werde , als es der höhere Zweck des Gesammtstaates erweislich und wirklich erheischt .
Daß hierbei die Frage über das Heerwesen in erste Linie tritt , leuchtet ein .
Meine Herren ! Jeder , der mit dem Zustande des bisherigen Bundeskriegswesens bekannt ist , wird zugeben , daß es die beste Seite des Bundes war . Was auf den anderen Gebieten , auf dem des Rechts - schutzes , der materiellen Interessen , über den engherzigen Partienlaris - mns nicht hatte errungen werden können , das war auf diesem in weit höherer Weise gelungen . Das Jahr 1840 mit seiner drohenden Kriegs - gefahr kam hinzu und machte manche egoistische Rücksicht verstummen . Das Werk , das im Jahr 1821 hatte unvollendet gelassen werden müssen , 8 " wurde neuerdings ausgenommen und in ernste Erwägung gezogen / " Man verlangte , daß die Bestimmungen über die Kriegs - bereitschast auch wirklich ausgeführt und inne gehalten würden , und man ergänzte sie durch neue . Ja , die Regierungen unterwarfen sich aus diesem Gebiete einer Eoutrole durch den Bnnd , die sie ans allen anderen beharrlich zurückzuweisen fortfuhren . Ich kann es ohne Sorge vor Widerspruch sagen : der Zustand des deutschen Bundeskriegswesens war ein guter ; wenn die deutschen Truppen zur That berufen worden wären , so würden sie ihre Stelle unter den europäischen Armeen mit Ehren eingenommen haben .
Dennoch aber gebe ich vollkommen und unumwunden zu , daß noch Vieles und Großes zu thnn übrig bleibt . Die Aufgabe , die deutschen Truppen zu größerer Uebereinstiinmnng in Organisation , Führung und Disciplin zu bringe« , kann und muß gelöst werden . Immer aber ist hierbei große Sorgfalt uothweudig . Die bereits vorhandenen , durch theure Erfahrungen in Krieg nnd Frieden geprüften Vorzüge der einzelnen deutschen Truppenkörper dürfen nicht in Trümmer geworfen werden , um zu versuchen , wie sich etwa das auf diesem Schutthausen zu errichtende neue Gebäude ausnehmen werde .
Nirgends und auf keinem Felde des öffentlichen Lebens treten die moralischen Triebfedern stärker hervor als ouf dem militärischen . Die Erinnerungen an die ruhmvollen Thateu eines Heeres , an seine

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