X . Die Verfassung
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foll . Herr v . Vincke sSt . B . I V 28601 hat uns zwar sehr frenndschäst - lich eingeladen , daß , wenn Sie Ihr Urtheil über die hochwichtige Frage werden gefällt haben , wir Oesterreicher noch hier bleiben können , bis Sie das deutsche Staatskindlein in der Paulskirche werden zu Tage gebracht haben .
Meine Herren ! Ich glaube , das ; dieser freundschaftliche Paten - dienst für uns nur entwürdigend wäre . Ich glaube au ein großes mitteleuropäisches Staatensystem , wenn ich auch nicht [ wie v . Vincke St . B . IV 2858J für die östliche Schweizersamilie schwärme ; 87 ich glaube , daß sich aus dein zertrümmerten Polen , daß ans Ungarn , daß aus de» südslavischen Reichen , wohin sich allerdings die Politik unserer Centralgewalt energisch erstrecken sollte , daß daraus selbst ei» mitteleuropäisches Föderativsystem geschaffen werden müsse : die Dynastie , wenn sie es nicht verträglich hält , über das deutsche Oesterreich zu herrschen , sie hätte dort eine große Mission für ihre monarchische Be - thätignng . Diese südslavischen nnd romanischen Reiche inüssen in einen großen Staalenbnnd vereinigt werden , nnd der Knoten dieses Staaten - bnndes wäre Wien . Und wenn Sie diesen Staatenbund erbaut haben werden , dann dürfen Sie sich nicht mehr darum kümmern , daß wir die deutsche Cultnr nur in der dürftigen Weise nach Osten verpflanzen sollten , wie es uns der Metternich - Sedlnitztysche Cnltnrstaat ge - stattete .
Meine Herren ! Dann werden Sie die Propaganda der Revolution , — ich spreche dieses Wort ans , es ist das schönste , das es gibt — die Propaganda der Freiheit nnd der Hnmanität nach dein Osten tragen , dann wird die deutsche Donau nicht versanden , nnd in Wien wird das Gras nicht wachsen , wenn es die Hauptstadt des großen mitteleuropäischen Staateusystemes ist !
Joseph v . R a d o w i tz .
8 . November 1848 .
St . B . IV 3151 und 3152 .
v . Radowih , gesammelte Schriften . 2 . Ad . 1852 . S . 358—367 .
Meine Herren ! Mit dem dritten Artikel des Entwurfs . 210 und 211J haben wir das Gebiet betrete» , auf dein die eigentliche Schwierigkeit des ganzen Nerfassnngswerkes liegt .
Wie verhält sich die Centralgewalt des Reiches zu der Gewalt seiner einzelnen Glieder ?

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