Full text: Reden und Redner des ersten deutschen Parlaments

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X . Die Verfassung , 
nicht in unserem Werk , in unserem Aerfafsungsbaue des eigentlichen Deutschlands . 
Nur noch wenige Worte , ineine Herren , in Ansehung anderer Anträge znr schwebenden Frage , [ j . Verhandlungen VI 101—106 . 
Mehrere derselben drücken ohne Präcisiruug ihren Wunsch ilach einen , Mittelding zwischen Personal - und Realuuivn aus . Ich weiß kein Drittes zwischen Personal - und Realuuioui sie schließen sich aus . Und mir zwei Realnnionen , eine österreichische und eine deutsche , wurden für die deutscheu Provinzen ein Mittelding bilde» , aber uebst unzähligen Heminuugeu uud Störungen auch dazu führen , das ; die deutschen Provinzen dauu mit zwei Schulter» trage» müßten , währe»d sie soust mit einer getragen hätten . 
Verschieb»ngen endlich in solche» wichtige» Frage» , meine Herren , lassen sich nicht rechtfertige» . Was könne» Thatsache» , die im Augettblick in nnserer Heimat vorgehe» , bcftimmciib seiu in deu Gruud - sähen dessen , was für Deutschlaads Znknnst als recht erkauut wird . Auch siud diese Anträge großentheils eigentlich Ausflüchte der Besorg - uiß , nicht nach allen Seiten hiu recht zu thim , uud es zeigt sich iit deu Anträgen , daß die Antragsteller wohl deutsches Gefühl genug haben , um die Personalunion als nöthig und nützlich zu erkennen und dafür zu stimmen , aber sie möchten auch vor mögliche» temporären Verlegen - heilen sicher sein . 
Endlich , meine Herren , weise ich zum Schlüsse mit Entschiedenheit auf der Tribüne die Znmuthnug des Herr» Unterstaatssecretärs Würth sSt . B . IV 2790> zurück , wir sollten die österreichische Regierung frage» , welche Abänderungen die österreichische Regiernng in der fassung Deutschlands für angemessen erachtet . 
Ich hätte nicht geglaubt , daß ein höher gestellter Beamter der deutschen Centralgewalt hier so sprechen und es vor seiner Berufs - treue verantworten könne . Wir sind allein constituireud , und keine Macht der Welt hat hier darein zn reden , weder Kaiser noch König , weder Regiernng noch Provinciallaudtag . Nichts darf uns daher ans - halten , entschieden zn reden nnd zn handeln und das , was die Klugheit nnd das Interesse Deutschlands begehrt , durchzuführen . Wenn auch in den verschiedenen Theilen Deutschlands die Ausführung unseres Werkes auf manche Schwierigkeiten stoßen wird , so darf uns das nicht hemmen und beirren . Sollten die Schwierigkeiten unüberwindlich scheinen , so wollen wir di'ch früher die letzte Sehne angespannt , die letzte Kraft verwendet haben , che wir gestatten , daß das deutsche Volk zerschnitten
	        

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