222 X . Die Verfassung .
Und das hat unser Ausschuß gethan : er hat die Ecke klar erkannt und ist daran gegangen , wie es uoth thut . Ich muß es ihm danken .
Die Bestimmuttgeu der 2 und 3 IS . 208 ] sprechen einfach und bestimmt aus , was für Oesterreich und das andere Deutschland nothweudig , was hätte lange schon bestehen sollen und leider nicht bestanden hat : die Persvualuuiou deutscher Provinzen mit nichtdeutschen in Oesterreich . Der Ausschuß hat es mit klarem , staatsniäunischem Blicke erkannt und rechtem Wort erfaßt , was geschehen muß und geschehen wird in Deutschland und Oesterreich .
Man sagt vielfältig , diese Personalunion sei wegen Oesterreichs nicht ausführbar . Ich höre die verschiedensten Gründe : ich horte sie schon in Oesterreich , ich höre sie wieder , theils in öffentlichen Blättern , theils in der Paulskirche , ich finde sie in Wort und Schrift von Oesterreichern verkündet . Prüfen wir etwas näher diese Gründe , und ich glaube , meine Herren , Sie werden finden , daß sie allesammt bei ruhiger , umsichtiger Erwägung nicht stichhaltig oder wenigstens nicht entscheidend sind .
Wir hören sz . B . von v . Würth St . B . IV 2789—2791 ] in erster Linie die treue Anhänglichkeit a u unsere Ka is e rdy nastie , wir hören die Stimme tief liegender historischer Erinnerungen an das gewaltige Oesterreich , früh eingewöhnt und weiter gepflegt im treue» Gemüthe durch die Leiden des Ganzen iu den letzten Stürmen der Zeit , und diese verbieten , das Band des Gesammtstaates zu lockern und zu ändern .
Ja , meine Herren , wir haben eine Dynastie , mit der die Stämme in Oesterreich viele Jahrhunderte zusammengegangen , zusammen Leid nnd Freud' getragen , für die das Gefühl tief im Herzen des Volkes Wurzel geschlagen und auch lebendig geblieben . Wie lauge sie * aber lebensfrisch und nachhaltig bleibt , ist eine andere Frage , nnd keinem entgeht es , daß diese Sympathien nnd Gefühle für die Dynastien vielleicht nicht tief und stark genug sind , um bei solchen fortgesetzten Angriffen auf die Interessen und Freiheiten des Volkes , wie sie in Wahrheit und Schein seit einem halbe» Jahre gesehen oder gefürchtet wurde» , »icht geschwächt u»d zuletzt verwischt zu werde» . U»d dem Kaiser bleibt die Krone , Niemand nimmt auch nur eine« Stein heraus !
Ja , meine Herren , wir haben eine Geschichte von mehreren Jahrhunderten hinter uns , „ reich an Siegen und an Ehren " , reicher an Leid als au der Freude verlebt , wir haben unter Habsburgs Bannern
* = die Anhänglichkeit

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