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IX . Der Septemberausstand in Frankfurt .
dein ganze» Ernste sittlicher Entrüstung , die diese Ereignisse verdienen , besprochen worden sind .
Ich beginne , in raschen Zügen Ihnen ein Bild vorführend , mit dem Abend des 16 . Es sind an jenem Abend Abgeordnete ans unserer Mitte , als sie die Versammlung verlassen wollten , wegen ihres Votums [ für den Antrag Francke nnd Genossen S . 155 und verhöhnt und geschmäht worden ; es sind andere Abgeordnete ausgesucht worden in verschiedenen Lvcalen , offenbar , um sie zn mißhandeln . Ein ehrwürdiger Greis in unserer Mitte , dessen Name einem großen Theil der deutschen Jugend «och heute theuer ist , ] Jahn s . v . Gagern St . B . III 2211J ist verfolgt nnd bedroht worden ans die unwürdigste Weise .
Es hat am folgenden Tage eine Versammlung sauf der Psingst - weite ] stattgefunden , in welcher man die Mehrheit der Nationaler - saminlnng für Hochverräter erklärt . St . B . III 2184 ] und zum stand gegen die Beschlüsse derselben offen aufgefordert hat .
Es haben am Morgen des Montags Znsammenrottnngen ans diesem sPauls - ] Platze stattgefunden . Die Zusammenrottung , die hier an der Thüre eindringen wollte , >St . B . III 216GJ ist allerdings nicht so stark gewesen , daß sie nicht hätte zurückgewiesen werden können , aber , meine Herren , wenn von dieser Tribüne [ von Joseph St . B . III 2208 bezw . Vogt St . B . III 2240 ] gesagt worden ist , es sei diese Zusammenrottung durch das andringende Militär an die Thüre gedrängt worden , oder es seien Leute gewesen , die die Zugänge zu den Galerien nicht hätten finden können , so muß ich diese Auffassung aus eigener Anschauung für entschiede» unwahr erklären : ein gewaltsamer Angriff , wenn auch »ut sehr »»genügende» Kräfte» , ist allerdings versucht worden .
Ich gehe über den Barricadeukampf hinweg nnd wende mich nn - gern zu den unerhörten Verbrechen , die gegen zwei Mitglieder unserer Nationalversammlung sLichnowski und v . Auerswald ] zur Schmach unseres Vaterlandes verübt worden sind : gegen einen Mann , dem auch seiux heftigsten Gegner Geist uud Muth nicht absprechen werde» , inid vou dem ich als unverdächtiger Zeuge , da ich seine politischen Gesinnungen nicht theilte , bekennen muß , daß er »ach meiner Ueberzeugnng aus dieser Tribüue niemals härter verletzt hat , als er verletzt worden ist , ja , daß er häufig [ z . B . am 10 . September f . S . 173—183 ] seine Gegner durch Mäßigung beschänit hat . Das zweite Opfer war ei» Man» , i»i Dienste des Vaterlandes ergraut , dessen Worte weder von dieser Tribüne noch im Privatleben irgend Jemanden verletzt haben , nnd die Gesinnung , die sich dieses Opfer anserfeheu hat , sie hätte »nt gleiche» ! Recht jedes Mitglied ans unserer

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